Harburg
Heidefluss

Die Luhe bekommt ihre Schleifen zurück

Dr. Elisabeth Klocke, Stiftung Lebensraum Elbe, und Jochen Heuser, Betreuer des NSG Ilmenau-Luhe-Niederung, bei der Begehung der Luhe.

Dr. Elisabeth Klocke, Stiftung Lebensraum Elbe, und Jochen Heuser, Betreuer des NSG Ilmenau-Luhe-Niederung, bei der Begehung der Luhe.

Foto: HA

Bauarbeiten der Stiftung Lebensraum Elbe zur Renaturierung und Aufwertung des Flusses bei Winsen beginnen am Montag.

Winsen.  Der Luhe bei Winsen ging es vor Jahrzehnten so wie vielen Flüssen: Möglichst gerade, stromlinienförmig sollte der Heidefluss durch die Wiesen strömen. Doch dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an, und Tiere und Pflanzen erhalten mehr Lebensraum. Am Montag, 9. September, beginnen im Naturschutzgebiet Ilmenau-Luhe-Niederung in Winsen die Bauarbeiten, um den Fluss zu renaturieren und aufzuwerten.

Die Stiftung Lebensraum Elbe verlängert unter dem Motto „Mehr Schwung für die Luhe“ den Flusslauf und gestaltet ihn naturnah. Davon sollen Pflanzen, Tiere und der Mensch gleichermaßen profitieren. Der Landkreis Harburg begleitet das Vorhaben.

Für die Renaturierung der Luhe stimmt sich die Stiftung eng mit dem Landkreis Harburg ab. „Wir unterstützen die Stiftung Lebensraum Elbe gern dabei, dieses vorbildhafte Renaturierungsprojekt umzusetzen, das auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt“, sagt Detlef Gumz, Leiter der Naturschutzabteilung der Kreisverwaltung. „Bereits jetzt leben viele schützenswerte Tier- und Pflanzenarten in der Niederung. Die Verhältnisse werden nun noch optimiert.“

Gearbeitet wird parallel auf zwei Baustellen in der Luhe-Aue nördlich von Winsen, am Stöckter Deich entlang. Dort entstehen acht neue Stillgewässer und zwei Priele mit Wattflächen und Anschluss an die Luhe. Eine frühere Mäanderschleife wird wieder an die Luhe angebunden und zusätzlich ein neuer, mäandrierender Luhe-Abschnitt gebaut. Insgesamt wird der Luhe-Lauf so um 334 Meter verlängert.

Luhe wird aufwendig renaturiert

Die Luhe und ihre Aue werden auf insgesamt 770 Metern Länge aufwendig renaturiert und damit die natürliche Gezeiten-Dynamik gefördert. Es entstehentypische, an die Gezeitenwechsel angepasste Lebensräume, die die Landschaft als Standort für Tiere und Pflanzen deutlich aufwerten.

Dafür werden die Ufer der Luhe und der neuen Flussschleifen abgeflacht; zudem bauen die Fachleute Totholz und Kies in den Fluss ein, unter anderem als Rückzugsorte für Kleinstlebewesen und Fische wie Meerforelle, Steinbeißer oder Meerneunauge. Auch Amphibien und Libellen werden in der Luhe-Aue ideale Bedingungen finden.

Dr. Elisabeth Klocke, Vorstand der Stiftung Lebensraum Elbe: „Von der naturnahen Gestaltung profitiert die hier typische Pflanzen- und Tierwelt. Zugleich gewinnt der Erholungsraum Luhe-Landschaft dadurch deutlich an Erlebniswert.“

Stiftung Lebensraum Elbe investiert Millionen

Insgesamt investiert die Stiftung rund 2,3 Millionen Euro in die Luhe-Aufwertung. Voraussichtlich Ende Februar 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Hintergrund: Die Stiftung Lebensraum Elbe wurde am 11. Mai 2010 durch Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft gegründet.

Die Arbeit der Stiftung ist legislatur- und parteiübergreifend. Ziel ist es, die Lebensräume an und in der Tideelbe für eine vielfältige und typische Tier- und Pflanzenwelt zu verbessern. Dazu gestaltet die Stiftung Ufer und Vorländer naturnäher und wertet die Elbe und ihre Nebengewässer – wie jetzt die Luhe – in ihrer ökologischen Struktur auf.