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Finkenwerder: Pendler sollen Elektro-Roller nutzen können

Viele Pendler nutzen die Fähre nach Finkenwerder.

Viele Pendler nutzen die Fähre nach Finkenwerder.

Foto: Iris Mydlach/Hamburger Abendblatt

SPD-Bürgerschaftsabgeordneter setzt sich für Pilotbetrieb in Finkenwerder ein. E-Roller sollen am Fähranleger stehen.

Finkenwerder..  Am Elektro-Tretroller oder auch E-Scooter scheiden sich die Geister. Es gibt Fans der Flitzer und es gibt Gegner. Eine Position dazwischen nehmen nur wenige ein. Markus Schreiber, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter aus Finkenwerder, scheint ein Fan der neuen Fahrzeuge zu sein. Jedenfalls fordert er, dass die E-Scooter-Verleiher auch an Finkenwerder denken und die Gefährte, die bis zu Tempo 25 fahren können, dort anbieten.

Die Randgebiete der Städte meiden die Verleiher bisher nämlich zumeist. Ähnlich wie die Car-Sharing-Anbieter befürchten sie offenbar, dass es außerhalb der Stadtzentren zu wenig Kundschaft gibt. Das sieht Schreiber anders. Er sieht Potenzial für E-Scooter auf der sogenannten letzten Meile des Nahverkehrs. Damit ist üblicherweise der Weg wischen dem letzten Schnellbahnhof und der Wohnung der Verkehrsteilnehmer gemeint. In den nordöstlichen Peripheriequartieren Berne und Poppenbüttel startet der HVV in wenigen Wochen einen Feldversuch mit Leih-Scootern auf der letzten Meile.

Es geht um die „letzte Meile“ vom Anleger bis nach Hause

In Finkenwerder wäre die letzte Meile der Weg zum und vom Fähranleger, denn der Dampfer ist hier das, was woanders die Bahn ist. Schreiber setzt sich für die Erweiterung des Pilot­betriebs auf Finkenwerder ein. „In Gesprächen mit der Hochbahn und der Hadag habe ich immer wieder für die Ausweitung dieses Projekts auf Finkenwerder geworben“, sagt er. „Gemeinsam haben wir einen guten Standort für eine Abstellanlage am Fähranleger gefunden, der inzwischen auch von der Hamburg Port Authority (HPA) genehmigt wurde. Ich hoffe sehr, dass man bald auch südlich der Elbe von den neuen E-Scootern profitieren kann und dass viele Finkenwerder Pendlerinnen und Pendler ein solches Angebot nutzen.“ 30 bis 40 Roller sollen nach Schreibers Plänen auf Finkenwerder stationiert werden.

Für die Fahrt zum Anleger sollen die Scooter ab etwa 6.30 Uhr in den Wohngebieten an ausgewählten Plätzen für die Fahrt zum Anleger bereitgestellt werden. Der Betrieb, zu dem die Organisation der Verteilung sowie das Einsammeln, Aufladen und Warten der E-Scooter zählt, soll von einem privaten E-Scooter-Anbieter übernommen werden. Die Finkenwerder SPD ist von Schreibers Idee überzeugt und hat bei der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte 6000 Euro eingeworben, um Freiminutenpakete und andere Vergünstigungen für Pendler mit einer HVV-Jahreskarte zu finanzieren.

Noch muss ein Anbieter für die Kurzfahrten gefunden werden

Nun muss allerdings noch ein Rolleranbieter gefunden werden, der es für lukrativ hält, die Elektrofahrzeuge für je zwei Kurzfahrten pro Tag in dem Stadtteil vorzuhalten sowie täglich einzusammeln und neu zu verteilen. Schreibers Parteigenosse Ralf Neubauer, bisheriger Vorsitzender des Regionalausschusses Finkenwerder, steht hinter Schreibers Forderung.

Er hat aber auch die Argumente der Scooter-Skeptiker im Blick. „Wir sehen großes Potential für ein solches Projekt auf Finkenwerder“, sagt Neubauer. „Dennoch soll es sich dabei zunächst um eine Testphase handeln, in der wir das Nutzungsverhalten aufmerksam beobachten werden. Eine weite Akzeptanz der E-Scooter kann es nur dann geben, wenn sich alle Nutzerinnen und Nutzer an die Regeln halten und Gehwege sowie Straßen nicht blockiert werden.“