Fahrradverkehr

Radtour des ADFC mit dem Ministerpräsidenten

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Rolf Zamponi
Auf Einladung von Karin Sager (ADFC) nahm Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) am Mittwoch an einer Radtour durch den Landkreis Harburg teil. Mit dabei war auch Landrat Reiner Rempe (l.). 

Auf Einladung von Karin Sager (ADFC) nahm Ministerpräsident Stephan Weil (Mitte) am Mittwoch an einer Radtour durch den Landkreis Harburg teil. Mit dabei war auch Landrat Reiner Rempe (l.). 

Foto: Rolf Zamponi

Wie Stephan Weil (SPD) die Wege im Landkreis Harburg einschätzt. 15 Kilometer-Fahrrad-Tour mit dem ADFC-Kreisverband.

Hanstedt/Hannover.  Großer Bahnhof für Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): Mehr als 60 Mitfahrer, unter ihnen auch Landrat Rainer Rempe (CDU), waren am Nachmittag nach Hanstedt gekommen, um ihn bei einer Radtour durch den Landkreis Harburg zu begleiten. Organisiert hatte die Tour – an einem der heißesten Tage des Jahres – der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) im Landkreis. Karin Sager, Kreis-Vorsitzende, sagte zum Start: „Das Ziel solcher Fahrradtouren ist es, die Radwege direkt in Augenschein zu nehmen. Kontrollen nur vom Auto aus reichen da bei Weitem nicht. Wichtig ist es jetzt vor allem, aus der Planungsphase in die der Umsetzung zu kommen. Ich bin sehr froh, dass sich der Ministerpräsident überzeugen ließ, selbst in den Sattel zu steigen, um die Probleme aus Sicht des Radfahrers zu erleben.“

„Es ist gut, mit den Betroffenen ins Gespräch zu kommen“

Ministerpräsident Weil, der sich in Hanstedt mit einem Fahrrad ausstatten ließ, sagte: „Das Interesse am Radfahren ist tatsächlich gestiegen. Und diese Tatsache fließt natürlich in unsere Politik mit dem Ziel der Verkehrswende ein. Wir haben die Ausgaben in dieser Richtung schon erheblich gesteigert.“ Angesprochen auf die Radtour sagte Stephan Weil: „Das ist schon meine zweite Tour. Mit den wirklich Betroffenen draußen ins Gespräch zu kommen, gefällt mir immer noch am besten.“

1,5 Millionen im Kreis für die Radinfrastruktur

Die Kreis-CDU nahm am Mittwoch Stellung zu den Fragen des ADFC, die dieser Anfang Juli den Parteien im Kreistag gestellt hatte. Fraktionsgeschäftsführer Christian Horend verwies darauf, dass in diesem Jahr erstmals die bereits 2017 beantragten zusätzlichen 500.000 Euro über die Instandhaltung hinaus investiert werden sollen. Der Zuschlag soll mindestens bis 2022 fließen. Damit kommen für 2019 rund 1,5 Millionen Euro für die Radinfrastruktur zusammen. Der ADFC hatte die Parteien gebeten, bis zum 15. Augst auf die Fragen des Verbandes zu antworten.

Haushaltsansatz im Land wurde verdoppelt

Der Ministerpräsident will sich in den kommenden Jahren für den Ausbau des Radwegenetzes in Niedersachsen stark machen. „Niedersachsen ist ein Fahrradland. Wenn möglichst viele Menschen Rad fahren, ist das gut für ihre Gesundheit und für den Umwelt- und Klimaschutz. Die Landesregierung fördert den Radverkehr durch bauliche Maßnahmen an Radwegen, den Radtourismus und auch durch die Verkehrserziehung in Schulen. Das Land engagiert sich im Bereich der Radwege an Bundesstraßen, an Landesstraßen und für kommunale Radwege mit derzeit mehr als 33 Mio. Euro jährlich. Dabei ist der Ansatz für die Radwege an Landesstraßen in diesem Jahr auf 10 Mio. Euro verdoppelt worden“, sagte Weil dem Abendblatt.

Weil drängt auf zügige Umsetzung der vorliegenden Konzepte

Niedersachsens Regierungschef hofft in diesem Zusammenhang auf eine zügige Umsetzung der Konzepte: „Die Metropolregion Hamburg führt derzeit eine Machbarkeitsstudie für neun Radschnellwege durch. Im Landkreis Harburg sollen bis Sommer 2020 folgende Routen untersucht werden: Hamburg-Neu Wulmstorf-Stade, Hamburg-Buchholz–Tostedt und Hamburg-Winsen-Lüneburg. Danach kommt man dann hoffentlich zügig in die Umsetzung.“

Weil räumte ein, dass er privat weniger mit dem Rad unterwegs ist: „Wenn ich ehrlich bin, fahre ich nicht allzu oft Fahrrad, mir fehlt einfach die Zeit, und außerdem jogge und wandere ich sehr gerne. Aber wenn ich auf dem Rad sitze, dann ohne technische Unterstützung.“

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