Harburg
„Walls can Dance“

Wandbilder finden fast überall Zustimmung

Viktoria Propp vor dem Walls can Dance Gemälde.

Viktoria Propp vor dem Walls can Dance Gemälde.

Foto: Alicia Klawitter

Passanten in der Harburger Innenstadt sehen die Objekte vielfach als Aufwertung der kahlen Häuserfassaden – doch es gibt auch Skeptiker.

Harburg.  Mit eine Hebebühne fahren Jana&JS die Wand rauf und runter. Beide sind voller Farbe. Langsam entwickelt sich ein erkennbares Motiv. Passanten in der Innenstadt bleiben verblüfft stehen und schauen den Künstlern bei ihrer Arbeit zu. Jetzt, etwa zehn Tage später, ziert das Bild eines jungen Mädchens eine Hauswand in der Amalienstraße. Mit ihrem Projekt „Walls can Dance“ hat das Urban Art Institut in diesem Monat zwei neue Wandgemälde in der Harburger Innenstadt geschaffen.

Neben dem Künstlerpaar Jana & JS, hat der Frankfurter Künstler Guido Zimmermann eine Wand in der Lüneburger Straße bemalt. Ziel ist es, nach und nach eine Freitluftgalerie in Harburg zu gestalten. Aber zu Kunst gibt es bekanntlich unterschiedliche Ansichten. Was also halten Harburger von der Aktion? Schließlich sind sie es, die beim Einkaufen oder auf dem Weg zur Arbeit täglich an den Kunstwerken vorbei gehen.

Magdalena Donath steht in der Lüneburger Straße vor dem Drogeriemarkt Rossmann und schaut sich das Werk von Guido Zimmermann an. Zu sehen sind blaue, gelbe und rote Wasserballspielerinnen und Sumoringer. „Ich finde die Farben schön, die stechen ins Auge. Das Motiv kann ich mir nicht erklären, aber man muss sich auch auf neue Kunst einlassen. Ich finde es sehr gut, dass die Stadt verschönert wird, da sollte ruhig mehr kommen.“

Zimmermann hat sich bewusst für ein Motiv mit Wasserballspielerinnen entschieden. Der Bezug zum Wasser passt aus seiner Sicht hervorragend zu der Hafenstadt Hamburg. Ein älterer Passant hat den Künstler bei seiner Arbeit beobachtet und steht der Wandmalerei eher kritisch gegenüber. „Das passt hier nicht hin“, sagt er. Immerhin sind ihm die neuen Kunstwerke direkt ins Auge gefallen. Das geht nicht allen Passanten in der Harburger Innenstadt so. Sie erkennen erst auf den zweiten Blick, dass sich etwas verändert hat, zum Beispiel in der Amalienstraße.

Manchem sind die Bilder noch gar nicht aufgefallen

Obwohl das Mädchen mit dem Eukalyptuszweig in der Hand mehrere Meter hoch ist, sagt Steffen: „Ich bin fast täglich hier, aber das Bild dort an dem Haus ist mir noch nie aufgefallen.“ Sein Fahrrad hat er direkt gegenüber dem Kunstwerk von Jana & JS in der Amalienstraße geparkt. Inspiration für dieses Motiv war die Fotografie ihrer Nichte. „Kann man machen. Ich bin aber nicht so der Kunstinteressierte“, sagt Steffen.

Auch Michael Schulz ist das Bild nicht unmittelbar aufgefallen. Nach seiner Ansicht macht es Harburgs Innenstadt schöner – das ist aus seiner Sicht „dringend notwendig“. Das Team vom Urban Arts Institut sucht immer wieder nach neuen Wänden um die Freiluftgalerie zu erweitern, viele Projekte sind schon geplant. Viktoria Propp gefällt das sehr. „Das sieht abenteuerlich aus“, sagt sie und sieht hoch zu Zimmermanns Wandmalerei. „Ich finde es cool, das es hier solche Wände gibt.“

Die Kunstaktion wird übrigens fortgesetzt. Am vergangenen Sonntag hat der Künstler DZIA ein neues Werk in der Amalienstraße geschaffen. Zehn Gemälde sind geplant.