Harburg
Landkreis Harburg

Pattenser Vereinsmitglieder bluten um die Wette

Mitglieder des Schützenvereins Pattensen traten im Blutspenden gegen die örtlichen Faslamsbrüder und -schwestern an.

Mitglieder des Schützenvereins Pattensen traten im Blutspenden gegen die örtlichen Faslamsbrüder und -schwestern an.

Foto: Rolf Zamponi

Faslamsklub und Schützenverein warben Blutspender – wer mehr überzeugen konnte, durfte sich über Freibier freuen.

Winsen/Pattensen.  Premiere in Pattensen: Erstmals im Landkreis Harburg gab es zum Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) jetzt eine Wette zwischen zwei ortsansässigen Vereinen. Die Kontrahenten: Der Faslamsklub und der Schützenverein, die beide versuchen sollten, möglichst viele Spender ins Gemeindehaus im Dorf zu bringen. Als Wetteinsatz winkte dem Gewinner ein 50-Liter-Fass Freibier vom Getränkehandel Vick und ein Gutschein für eine Schlachteplatte von der ortsansässigen Fleischerei Vick.

Pommes und Currywurst für die Spender

Ausgedacht hatte sich den Wettstreit die Ehrenamtskoordinatorin des DRK-Kreises Harburg-Land, Lilith Müller-Petersen. Um den Reiz noch zu erhöhen, hatte sie einen Imbisswagen organisiert, der zu den ohnehin über Pattensen hinaus bekannten, leckeren Schnittchen des DRK-Ortsvereins Pommes und Currywurst für die Spender ausgab.

Hintergedanken bei der Aktion: Den Termin über die Werbung in den Vereinen möglichst für viele neue Erstspender attraktiv zu machen. Das gelang. „Bei unseren vier Terminen im Jahr kommen im Schnitt vier bis fünf Menschen, die zum ersten Mal dabei waren. Jetzt waren es 20“, zog die DRK-Ortsvorsitzende Sabine Peters Bilanz.

Faschingsverein zählt knapp 400 Mitglieder

Kein Wunder. Denn die beiden Vereine spielen in dem knapp 2000 Einwohner zählenden Ortsteil der Kreisstadt Winsen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Allein der Faschingsverein zählt knapp 400 Mitglieder. 250 Ortsansässige sind in ihrer Freizeit als Schützen unterwegs. Doppelmitgliedschaften sind dabei nicht unüblich.

Den DRK-Aufruf empfanden beide Vereins-Vorsitzende jedenfalls als „gute Idee“ und reichten den Termin analog und digital über alle Kanäle an ihre Mitglieder weiter. „Ich habe noch beim Königsfrühstück beim Schützenfest Mitte Juni auf das Blutspenden verwiesen“, sagte Heinrich Wörmer, der 1. Vorsitzende des Schützenvereins.

Faslamsbrüder hatten schnell die Nase vorn

Nach zwei Stunden hatten dann jedoch schon mehr als 30 Faslams-Brüder ihr Blut abgegeben. Ihr Vorsitzender, Nils Petersen, ging mit gutem Beispiel voran und war zum 20. Mal dabei. „Wir rechnen mit einem Sieg“, sagte der 34-jährige Großhandelskaufmann schon Stunden vor dem Finale voraus. „Wir haben mehr und mehr junge Mitglieder.“ Die Schützen konnten dagegen bei ihren eher älteren Mitgliedern darauf setzen, dass diese mehr Zeit und daher eher die Gelegenheit hatten, mal beim DRK vorbei zu schauen.

Ehrensache war, dass sich Mitglieder nach außen zu erkennen gaben. So wurden Faslams-Orden um den Hals oder an der Brust sowie Schützen-Auszeichnungen an der kurzen Hose getragen. Stolz präsentierte eine Faslams-Schwester ihren Mitgliedsausweis. Schützen-Chef Wörmer trug das Vereinshemd mit aufgezogenen Schulterklappen. Der 61-Jährige Landwirtschaftsmeister spendete zum 64. Mal.

530 Gramm Blut pro Spender

Die Arbeit übernahm ein fünfköpfiges DRK-Team aus Bad Fallingbostel. Insgesamt waren neun Liegen aufgestellt. Auf ihnen konnten die Spender nach ihrer Anmeldung, dem Ausfüllen eines Fragebogens und einem ärztlichen Check Platz nehmen. „Das Blut fließt in Beutel, die in den an jedem Platz aufgestellten Blutmischwagen so geschüttelt werden, dass der Inhalt nicht gerinnen kann“, erklärte Teamleiterin Monika Gerdes. Angepeilt waren je Spender 530 Gramm. Vor dem Gemeindehaus hatte das DRK einen Lkw postiert, in dem die Spenden für den Transport auf 21 Grad heruntergekühlt wurden.

Bilanz: Der Faslamsklub siegte klar mit 48 Spendern im Vergleich zu 18 vom Schützenverein. Insgesamt kamen 136 Gäste und damit deutlich mehr als zu den traditionellen Terminen im Ort. „Bislang lag der Durchschnitt bei unseren Veranstaltungen bei 100“, so die DRK-Ortsvereinsvorsitzende Peters.

Was aber wird nun aus dem Gewinn? Den werden wohl trotz des eindeutigen Sieges beide Vereine gemeinsam genießen. Davon ist jedenfalls Peters überzeugt. Ein guter Termin dafür sei das Faslams-Anbinden im November, wenn beim Klub die Planungen für den Umzug beginnen. „Ich denke wir kriegen was ab“, sagte auch Wörmer. Schließlich arbeiten beide Vereine eng zusammen.

Gewinn wird voraussichtlich gemeinsam verzehrt

So greifen die Faslams-Brüder und Schwestern für ihre Treffen auf das Schützenhaus zurück und viele der Jecken sind zudem auch bei den Schützen aktiv. Faslams-Klubchef Petersen etwa sitzt als Kassenwart auch im Vorstand des Schützenvereins. Da sollte sich die Sache mit dem Bier und dem Gutschein für die Fleischplatte durchaus auf dem kurzen Dienstweg regeln lassen.

DRK-Ortsvereinschefin Peters war es letztlich egal, wer gewinnt. „Im Sinn des Helfens ziehen wir hier in Pattensen alle an einem Strang.“