Harburg
DRK

Harburg-Huus feiert seinen ersten Geburtstag

Feierten gemeinsam den 1. Geburtstag der Harburger Obdachlosen-Herberge (v.re.): Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, Einrichtungsleiter Thorben Goebel-Hansen, Sozialdezernentin Anke Jobmann, DRK-Vizepräsident Peter Holst und DRK-Vorstand Harald Krüger.

Feierten gemeinsam den 1. Geburtstag der Harburger Obdachlosen-Herberge (v.re.): Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen, Einrichtungsleiter Thorben Goebel-Hansen, Sozialdezernentin Anke Jobmann, DRK-Vizepräsident Peter Holst und DRK-Vorstand Harald Krüger.

Foto: DRK Kreisverband Hamburg-Harburg e.V. / HA

Schirmherr Rüdiger Grube will die Einrichtung weiterhin bei der Suche nach Spendern zu unterstützen. Es bekommt von städtischer Seite keinen Cent

Harburg. Zum ersten Geburtstag gab’s für jeden aus dem Team einen Kuchen, geschmückt mit einer Kerze. Beim Ausblasen hatte DRK-Vorstand Harald Krüger nur einen Wunsch: Dass das Harburg-Huus weiter so erfolgreich bleibt, wie es in den vergangenen 365 Tagen gewesen ist. Die Herberge für Obdachlose feiert ihren ersten Geburtstag und blickt auf ein gelungenes Jahr zurück. Innerhalb von kürzester Zeit ist die DRK-Einrichtung mit 15 Betten und einem Tagestreff am Außenmühlenweg zu einem Dreh- und Angelpunkt für obdachlose Menschen in Harburg geworden. „Die Einschätzung, dass im Hamburger Süden eine solche Einrichtung dringend gebraucht wird, hat sich eindrucksvoll bestätigt“, so DRK-Vorstand Krüger. „Mehr als 4000 Übernachtungen in zwölf Monaten ist eine Zahl, die für sich spricht. Ebenso die mehr als 2000 Beratungsgespräche, in denen es um Wohnungslosigkeit, aber auch um Themen wie Sucht, Verschuldung, Gewalt gegen Frauen, Altersarmut und Einsamkeit geht.“

80 Mal konnte privater Wohnraum vermittelt werden

Die Erfolgsbilanz zeigt sich auch, wenn es um die Vermittlung von Wohnraum geht. „80 Mal konnten die Kollegen schon privaten Wohnraum an Obdachlose vermitteln“, sagt Peter Holst vom Präsidium des DRK Harburg. „Wer die Situation in Hamburg kennt, weiß, welche enorme Leistung das ist.“ 70 Mal konnten Bewohner in eine öffentliche Unterbringung vermittelt werden. Für sechs Gäste mit Wohnsitzen im Ausland wurde die Rückreise ins Heimatland organisiert. „Solche Erfolge motivieren natürlich“, sagt Einrichtungsleiter Thorben Goebel-Hansen. „Wir erleben jeden Tag, welchen Wert unsere Arbeit hat - in der Begegnung mit unseren obdachlosen Gästen, aber auch mit Kooperationspartnern wie der Hamburger Tafel.“

Tag und Nacht und an 365 Tagen im Jahr geöffnet

Das Harburg-Huus ist Tag und Nacht und an 365 Tagen im Jahr geöffnet, bietet tagsüber einen Aufenthaltsraum mit Medien, Freizeitangeboten und Getränken. Morgens wird Frühstück und abends eine kleine Mahlzeit angeboten. Es gibt Dusch- und Waschmöglichkeiten sowie persönliche Postfächer für die Gäste. Zu den ergänzenden Angeboten gehören unter anderem das Kranken- und Zahnmobil, psychosoziale Beratung, Wundversorgung und der Besuch vom Hundetierarzt.

Wärme, Geborgenheit, Respekt, Wertschätzung

„Das Harburg-Huus gibt den Betroffenen, was sie lange nicht oder sogar noch nie in ihrem Leben hatten: Wärme, Geborgenheit, Respekt, Wertschätzung und Zuwendung“, sagt Schirmherr Rüdiger Grube. Der ehemalige Vorstandschef der Deutschen Bahn unterstützt die Obdachlosenunterkunft von Beginn an. „Wenn jemand einen Schicksalsschlag erleidet und kein soziales oder finanzielles Netz hat, ist der Verlust der Wohnung oft die nächste Stufe“, so Grube. „Ohne Unterstützung haben diese Menschen kaum eine Chance, wieder auf die Beine zu kommen.“ Der Schirmherr kündigte an, die Einrichtung weiterhin bei der Suche nach Spendern zu unterstützen. Denn das Harburg-Huus bekommt von städtischer Seite keinen Cent.