Harburg
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Harburg-Huus: Ein Ort für Obdachlose

Vor dem neuen Harburg Huus: DRK-Chef Harald Krüger mit Schäferhündin Hazel und mit Einrichtungsleiter Thorben Goebel-Hansen

Vor dem neuen Harburg Huus: DRK-Chef Harald Krüger mit Schäferhündin Hazel und mit Einrichtungsleiter Thorben Goebel-Hansen

Foto: HA

Bislang schon 70 Übernachtungen. Offizielle Eröffnung am Montag. DRK-Chef Krüger denkt schon über Ausweitung des Projektes nach.

Harburg.  „In Harburg soll niemand auf der Straße oder im Hauseingang schlafen müssen.“ Das ist das erklärte Ziel des Harburger DRK-Kreisverbandes, das auch den Anstoß gab für das Harburg-Huus, die neue Tagesaufenthalts- und Übernachtungsstätte am Außenmühlenweg 1o. Die wird offiziell zwar erst am Montag eröffnet, hat seine Pforten für wohnungslose Menschen aber schon seit drei Wochen geöffnet. Erste Einschätzung des DRK: „Es wird gut angenommen, was belegt, dass so eine Einrichtung längst überfällig war.“

Projektleiter Thorben Goebel-Hansen und DRK-Chef Harald Krüger sind augenscheinlich hoch zufrieden mit dem, was da in dem mehr als 100 Jahre alten Haus entstanden hat. Obwohl es nicht nur Geld - rund 250.000 Euro – sondern sicher auch Nerven gekostet hat.

Den ursprünglich sollte das Harburg-Huus den Obdachlosen schon im Januar zur Verfügung stehen. Doch erst gab es Probleme in der Abstimmung mit dem Bezirk und der Baugenehmigung, und dann kam es zu Verzögerungen, wegen allerlei Überraschungen, wie sie typisch sind für ein so altes Haus: Isolierung und Statik. Zwei Stichworte, ein Dilemma, das in der jungen Historie der Aufenthaltsstätte inzwischen aber nun Geschichte ist.

Denn es ist alles fertig, frisch, hell und propper. Auf 200 Quadratmetern und über zwei Etagen verteilt, findet sich alles, was dazu angetan ist, Frauen und Männern, die auf der Straße leben, ein wenig ihrer Würde zurück zu geben. Sie können hier duschen, ihre Wäsche waschen, werden im Bedarfsfall mit Kleidern eingedeckt und können Dokumente deponieren.

Schlafen können sie im Harburg-Huus natürlich auch. Insgesamt 15 Betten in Ein- bis Vierbettzimmern stehen zur Verfügung – nach Geschlechtern getrennt, versteht sich. Einmalig in Hamburg: Hunde müssen hier nicht draußen bleiben!

Es gibt Frühstück und Abendessen. Und es gibt professionelle Unterstützung. Die reicht von der medizinischen Versorgung bis zur Begleitung bei Behördengängen und einem individuellen Hilfeplan. Dabei kann Projektleiter Thorben Goebel-Hansen auf ein fünfzehnköpfiges Mitarbeiter-Team zurückgreifen. Dazu kommen einen Reihe von Ehrenamtlichen, die nicht nur bei der Essensausgabe helfen, sondern auch mitmachen, wenn es um gemeinsame Ausflüge oder andere Freizeitaktivitäten geht.

Auch kostenlose Deutschkurse sollen in Zukunft angeboten werden. Wer Lust hat, sich ehrenamtlich als „Zeitspender“ zu engagieren, ist eingeladen zur Info-Veranstaltung, die am Mittwoch, 4. Juli, um 17.30 beim DRK, Hohe Straße 4, beginnt (Anmeldungen erbeten: Telefon 76 60 92 64 oder per Mail an Rosa Schlottau r.schlottau@drk-harburg.hamburg.de).

Dass das Harburg-Huus so schnell und so gut angenommen wird – rund 70 Übernachtungen in den ersten drei Wochen –, freut natürlich, ganz besonders DRK-Chef Krüger. Dass Anfang der Woche allerdings erstmals alle Betten belegt waren und sogar ein Feldbett aufgestellt werden musste, stimmt ihn auch nachdenklich: „Da frage ich mich natürlich, wie soll das erst im Winter werden, wenn es so richtig kalt wird.“

Es ist anzunehmen, dass sich Krüger daran machen wird, einen geeigneten Weg zu suchen, um dann Lösungen parat zu haben: „Ich würde mir wünschen, dass wir das Angebot mit anderen Trägern ausweiten. Vielleicht finden sich ja Kooperationspartner, die jetzt auch sagen, ,da machen wir was.’“