Harburg
Neues Wohnviertel

So grün werden die Fischbeker Reethen

So grün werden die Fischbeker Reethen

So grün werden die Fischbeker Reethen

Foto: IBA Hamburg, Relais Landschaftsarchitekten / IBA

Ein Teich wird zum zentralen Treffpunkt. Er soll eine ideale Kulisse für gastronomische Angebote, Einzelhandel oder Marktflächen bieten.

Neugraben-Fischbek.  Die Berliner Landschaftsarchitekten vom Büro „relais“ sind im Verhandlungsverfahren ausgewählt worden, die Gestaltung des Blau-Grünen Bandes in den Fischbeker Reethen zu übernehmen. Ein Teich in der Quartiersmitte wird nach den Vorstellungen der Architekten zum zentralen Treffpunkt. Er soll eine ideale Kulisse für gastronomische Angebote, Einzelhandel oder Marktflächen bieten. Zusätzlich entstehen im Verlauf des knapp 850 Meter langen Blau-Grünen Bandes Spielflächen für Kinder und Jugendliche, Bewegungsangebote für ältere Menschen, eine Parcouranlage sowie ein Aussichtspunkt.

„ein überzeugendes Konzept zur Gestaltung der Freiräume“

Die IBA Hamburg hatte im Sommer 2018 im Einvernehmen mit dem Bezirksamt Harburg und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen einen Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren für die Gestaltung der Freiräume in den Fischbeker Reethen ausgelobt. Das Verfahren mit acht Teilnehmern hatte insbesondere das Ziel, die linearen Freiräume des „Blau-Grünen Bandes“ mit einem neuen Teich als Quartiersmittelpunkt und die Grünzüge der „Reethenbek“ und eines öffentlichen „Boulevards“ gestalterisch auszuformulieren. Im April wurde aus den drei Finalisten der Entwurf von relais Landschaftsarchitekten ausgewählt. Die Berliner Landschaftsarchitekten haben, so die Begründung der IBA, aus der Lage zwischen Geest und Marsch ein überzeugendes Konzept zur Gestaltung der Freiräume abgeleitet, dass vielfältige räumliche Situationen erzeugt.

Als übergeordnetes Prinzip werden dabei jeweils die nördlichen besonnten Flächen als nutzbare Grünräume gestaltet, während die südlichen Flächen im Schatten für die Regenwasserrückhaltung genutzt werden. Der neue, markante „Geestweg“ wird mittig durch das Band verlaufen und soll durch eine geschwungene Wegeführung und minimale Höhenunterschiede diverse „landschaftliche Parkszenen“ schaffen.

Als Highlights für Kinder haben die Architekten einen leicht erhöhten Warftspielplatz sowie einen Spielhügel eingeplant. Zahlreiche Neupflanzungen unterschiedlicher Baumarten entlang der von Nord nach Süd verlaufenden Rethenbek und des Boulevards sollen die Geest und Marschlandschaft der Umgebung widerspiegeln.

Insgesamt sollen das Blau-Grüne Band und die übrigen Freiräume zum prägenden Element für das Leben im Quartier werden. In der zentralen Mitte der Fischbeker Reethen entsteht ein künstlicher Teich, dessen Uferzonen vielfältig genutzt werden sollen.

Nördlich des Sees sollen auch Wochen- oder Weihnachtsmärkte möglich sein

Ergänzend zu gastronomischen und Einkaufsangeboten sollen am Quartiersplatz direkt nördlich des Sees auch Wochen- oder Weihnachtsmärkte möglich sein.

Die Nutzungsmöglichkeiten, so die IBA-Verantwortlichen, wirkten identitätsstiftend und sollen den Zusammenhalt stärken. Oberbaudirektor Franz-Josef Höing lobt die Entwürfe: „Wenn man am Stadtrand neue Quartiere baut, dann geht es beileibe nicht nur um schöne Häuser sondern vor allem auch um gut gestaltete Räume und Freiräume, die für die Menschen dort höchste Gebrauchsqualität haben und adressbildend sind. Beides leistet der ausgewählte Entwurf im höchsten Maße.“

„Der neue Teich wird das Herzstück und der zentrale Treffpunkt“

Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg GmbH, sagt: „Den Planern ist es gelungen, verschiedene Orte und Atmosphären eines Landschaftsparks innerhalb der Fischbeker Reethen zu entwerfen. Der neue Teich wird das Herzstück und der zentrale Treffpunkt für die zukünftigen Bewohner.“ Gero Heck, Mitgründer von relais: „Unser Konzept spürt die Qualitäten der lokalen Landschaft auf und schafft daraus einen besonderen Ort. Dabei werden ästhetische, funktionale und ökologische Dimensionen berücksichtigt. Wichtig ist, dass ein unverwechselbares Stadtquartier entsteht, mit dem sich die zukünftigen Bewohner identifizieren können.“

2200 neue Wohneinheiten entstehen auf 70 Hektar am Wald

In den Fischbeker Reethen entwickelt die IBA auf 70 Hektar rund 2200 neue Wohneinheiten in unterschiedlichen Typologien, Kitas und Sportflächen. Südlich der Bahnlinie entstehen neue Gewerbeflächen, die u. a. für wissens- und forschungsintensives sowie produzierendes Gewerbe und Handwerk vorgesehen sind. Entlang der in Ost-West-Richtung verlaufenden Gründerstraße sollen neue Mischformen von Gewerbe und Wohnen möglich werden. Aufgrund der guten Anbindung an die S-Bahn soll das gesamte Quartier als „walkable City“ mit reduziertem Autoverkehr erschlossen werden und damit ein gutes Netzwerk für Radfahrer und Fußgänger bieten. Voraussichtlich ab 2021 kann mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden.