Harburg
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Tempo 30– an der Winsener Straße bleibt die Luft schlecht

Auf dem Abschnitt vor den Gebäuden 17 und 19 an der Winsener Straße ist die Abgasbelastung besonders hoch

Auf dem Abschnitt vor den Gebäuden 17 und 19 an der Winsener Straße ist die Abgasbelastung besonders hoch

Foto: Thomas Sulzyc

Die Belastung mit Schadstoffen ist stärker als in der Max-Brauer-Allee. Nur die Lärmbelastung ist geringer geworden.

Harburg.  Die geltende verringerte zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern in der Nacht in der Winsener Straße bringt keine gesündere Luft mit sich. Die Geschwindigkeit habe keine nennenswerte Auswirkung auf die Belastung mit Stickstoffdioxid. Das geht aus der Antwort der Umweltbehörde auf eine Anfrage der Neuen Liberalen in der Bezirksversammlung Harburg hervor. Demnach senkt Tempo 30 lediglich die Lärmbelastung der Anwohner.

Die Belastung mit Luftschadstoffen ist in der Winsener Straße besonders hoch. Auf einem Messabschnitt zwischen den Hausnummern elf und 21 ist die Belastung mit Stickstoffdioxid sogar noch höher als in der als stark belastet geltenden Max-Brauer-Allee nahe des Hamburger Zentrums.

Der Senat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil er einen Abschnitt der Max-Brauer-Allee mit einem Fahrverbot für ältere Diesel-Pkw und -Lkw belegen will.

Keine Maßnahmen zur Luftreinhaltung geplant

In der Winsener Straße sind dagegen keine Maßnahmen zur Luftreinhaltung geplant. Die Umweltbehörde erwartet, dass die Schadstoffbelastung sinken und im Jahr 2020 Anwohner nur noch in Ausnahmefällen von einer Grenzwertüberschreitung betroffen sein werden. Auf die Frage nach den Gründen verweist die Behörde auf die 2. Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Hamburg. Dieser prognostiziert trotz der Zunahme der Gesamtfahrleistung von Pkw, Lkw und Linienbussen einen deutlichen Rückgang der von dem Straßenverkehr verursachten Stockstoffdioxid-Emissionen von 40 Prozent im Jahr 2020 und weiteren 34 Prozent im Jahr 2025. Grund dafür sei, dass in Zukunft mehr Fahrzeuge mit abgasarmen Motoren unterwegs sein würden. Stickstoffdioxid ist vor allem für Asthmatiker ein Problem, es schädigt zudem Pflanzen und kann eine Gelbfärbung der Blätter bewirken.

Was die installierten Dialog-Displays tatsächlich leisten werden, damit Autofahrer nachts die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern auf der Winsener Straße einhalten, lässt sich offenbar nicht voraussagen. Eine belastbare Prognose jedenfalls wagte die Innenbehörde nicht. „Der direkte Dialog bewirkt eine positive Motivation der Verkehrsteilnehmer“, heißt es lediglich in der Antwort auf die Anfrage der Neuen Liberalen.