Harburg
Landkreis Harburg

Preise für Bauland im Landkreis steigen weiter

Bauland-Statistik 2014, zds

Bauland-Statistik 2014, zds

Foto: Zeitungsdienst Südwest, zds / HA

Statistisches Landesamt: Im Landkreis Harburg sind 2014 deutlich weniger Grundstücke verkauft worden, als im Vorjahr.

Landkreis Harburg.  Runde 12,608 Milliarden Euro flossen bis zum 31. Dezember 2014 beim Verkauf von Bauland in Deutschland in die Taschen der Vorbesitzer. Aus Verkäufen im Kreis Harburg sind insgesamt 92,10 Millionen Euro in dieser Summe enthalten. Damit florierte der Handel mit Baugrundstücken schlechter als im Jahr davor als 109,52 Millionen Euro bezahlt wurden.

Verkauft wurden dabei sowohl baureifes Land als auch Bauerwartungsland. Der Quadratmeter „baureifes Land“ kostete dabei 90,56 Euro. Das waren 11,10 Euro mehr als im Jahr davor. Damit gehört Kreis Harburg zu den Gebieten, in denen mehr bezahlt wird als im Landesdurchschnitt mit 76,86 Euro. (Vorjahr: 72,81 Euro).

13.667 Grundstücke wurden in Niedersachsen verkauft, 507 im Kreis Harburg

Das Finanzamt führt Buch und hat präzise Zahlen auf Euro und Cent ans Statistische Landesamt gemeldet. Kein Wunder, denn schließlich kassiert es Grunderwerbsteuer und auf der basiert die Statistik: Exakt 13.667 Grundstücke wurden 2014 in Niedersachsen verkauft. Im Kreis Harburg fanden in dieser Zeit 507 baureife Grundstücke einen Käufer (2013: 584 Grundstücke).

Dabei ist zu beachten, dass der Durchschnittspreis immer auch von der Zahl und der Lage der verkauften Grundstücke abhängt. Verkäufe in wenigen teuren Lagen können den Schnitt in die Höhe treiben, die Zahl der Grundstücksverkäufe ist nicht so riesig. Dafür handelt sich hier nicht um eher fiktive Gutachterwerte oder -schätzungen, sondern um echt geflossenes Geld für echt verkaufte rund 1.153.000 Quadratmeter, davon rund 824.000 Quadratmeter baureifes Land.

Die Statistiker unterscheiden beim Bauland zwischen baureifem Land, Rohbauland und „sonstigem Bauland“, das beispielsweise als Freifläche genutzt wird. Baureif heißt, dass sofort mit der Bebauung begonnen werden kann, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist. Deshalb ist dieses Bauland auch am teuersten.

Wesentlich günstiger ist das Rohbauland, weil es sich hier um Grundstücke handelt, die erst in absehbarer Zeit erschlossen werden sollen. Dazu zählen auch landwirtschaftliche Grundstücke, die im Bebauungsplan als Bauland ausgewiesen sind.

Die meisten Geschäfte werden im Kreis Harburg dabei stets mit baureifem Land gemacht, andere Baulandarten sorgten 2014 nur für sieben Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 17,46 Millionen Euro. (Vorjahr: 6 / 32,52 Millionen Euro). Generell gilt – wenig überraschend – dass wer in Toplagen oder an Topstandorten bauen will, tiefer in die Tasche greifen muss.

Der Preis hängt auch von der kommunalen Politik der Baulandausweisung ab. Knapper Baugrund treibt die Preise mancherorts seit Jahren in die Höhe. Im Kreis Harburg sah es so aus: Zuletzt zahlten die Käufer für den Quadratmeter Bauland (baureif) im Schnitt rund 91 Euro. Mitte der 90er Jahre waren es im Schnitt noch rund 89 Euro pro Quadratmeter.

Für das Geld kann aber noch keiner baggern (lassen). Zuvor hält das Land noch die Hand auf. Die Politik zwar gern von bezahlbarem Bauen, meint damit aber, dass nur bauen darf, wer seine Grunderwerbsteuer bezahlt hat. Die ist zum Quadratmeterpreis zu addieren.

Festzuhalten bleibt: Mit dem knapper werdenden freien Grund steigen die Preise für Bauland weiterhin. Die Ausweisung größerer Wohngebiete könnte den Trend stoppen.