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Harburger Schützen: „Rathausplatz hat gut getan“

Neuer Schützenkönig 2015/2016 Harburg Ingo Volkland mit Uwe Dunkel, Ulf Schröder Anne Volkland Nicole Rief

Neuer Schützenkönig 2015/2016 Harburg Ingo Volkland mit Uwe Dunkel, Ulf Schröder Anne Volkland Nicole Rief

Foto: Martina Berliner / HA

„Manöverkritik“ nach dem Vogelschießen vor dem Rathaus fällt überwiegend positiv aus. Auch Schausteller sind zufrieden

„Der Rathausplatz hat uns gut getan.“ Diese Bilanz zieht der Erste Gilde-Patron Enno Stöver aus der Rückschau aufs 487. Harburger Vogelschießen. Weil auf dem Schwarzenbergplatz zurzeit Flüchtlinge leben, konnte das Fest dort erstmals nicht stattfinden. Die Traditionsschützen hatten deshalb den Rathausplatz als Alternativ-Standort gewählt. Die gemeinsame „Manöverkritik“ beim ersten Treffen nach der Proklamation des neuen Königs Ingo Volkland ist nun überwiegend positiv ausgefallen. „Die klassischen Schützentage haben sehr gut funktioniert“, fasst Enno Stöver zusammen. Der Umzug am Ausmarschtag sei erfreulich lang gewesen, das Festzelt beim Spargelessen mit 600 Besuchern so gut gefüllt wie in den Vorjahren. Zum Zapfenstreich seien sogar mehr Bürger gekommen, ist Stövers Eindruck. Die durch Zelt und Buden bedingte Enge vor dem Rathausportal habe den magischen Eindruck des traditionellen Festakts sogar noch erhöht. „Da konnte man jedes Wort der Nationalhymne deutlich hören.“

Auch die Schausteller seien zufrieden. „Sie haben uns signalisiert, dass das Geschäft für sie in diesem Jahr lohnender war als ehemals auf dem Schwarzenbergplatz.“ Sowohl die Verkäufer von Bratwurst, Fischbrötchen und Süßwaren als auch die Karussell-Betreiber hätten sich über deutlich mehr Laufkundschaft gefreut. Man werde darüber nachdenken, ob die Bummelmeile künftig in Richtung S-Bahn-Eingang – also zum Centrumshaus hin – ausbaufähig sei, sagt Enno Stöver. Er geht davon aus, dass der Schwarzenberg auch im kommenden Jahr als Festplatz nicht zur Verfügung stehen wird.

Neue Ideen braucht es jede Menge. Denn zwar liefen die Schützenveranstaltungen unter den neuen Bedingungen gut und beim eigentlichen Vogelschießen war die Stimmung im Schießstand laut Stöver besser denn je. Aber ein Stadtfest, wie es sich die Organisatoren erhofft hatten, hat nicht stattgefunden. Das Festzelt und die Musikveranstaltungen waren nur sehr spärlich besucht. „Was bieten wir den Harburgern künftig an? Womit locken wir die Bürger? Darüber müssen wir uns Gedanken machen“, sagt Enno Stöver. Mit „wir“ meint der Gildepatron nicht nur die Schützen, sondern auch die Kooperationspartner: Das Citymanagement, den Wirtschaftsverein und die TU Harburg. Stöver hält es für denkbar, dass sich künftig noch mehr Harburger In­stitutionen beteiligen, etwa das Kulturzentrum Rieckhof oder die Marktgemeinschaft vom Sand.

„Klar ist doch: Auf dem Rathausplatz steht ein Festzelt, das am Sonnabend und dem darauf folgenden Sonntag zur Verfügung steht. Die Frage ist, wie es genutzt werden soll. Vielleicht eine Party am Sonnabend, ein Frühschoppen am Sonntag?“ Eine weitere Möglichkeit sieht Stöver darin, wieder ein Kinderfest zu organisieren. „Ähnlich wie das, das bisher auf dem Schwarzenbergplatz stattgefunden hat.“

Als Publikumsmagnet hatte sich in den Vorjahren der Sommersechskampf auf dem Schwarzenberg erwiesen. Es wäre also wünschenswert, so Stöver, das Erfolgskonzept beizubehalten oder zu modifizieren. Ob aber eine solche Veranstaltung in der Stadtmitte logistisch machbar ist, bezweifelt er. „Wie sollte beispielsweise der Sand für das Beachvolleyballfeld an- und abtransportiert werden?“ Diese und andere mit einem Sportfest verbundene Fragen müssten aber letztlich die Organisatoren vom Hochschulsport klären. Nach der Sommerpause, sagt Stöver, würden alle Beteiligten die Diskussion wieder aufnehmen. Für Anregungen aus der Bevölkerung seien sie jederzeit offen und sehr dankbar. Schließlich ist das Vogelschießen laut Gildesatzung ein Volksfest.