Harburg
Kurioser Wettbewerb

Drei neue Namen für Bebauungsplan „Neuland 23“

Franzisca Krapp mit dem Entwurf Tidea, Anne Elias mit ihrer Arbeit HUB+ und Lucie Gundlach mit ihrem Beitrag DELION. Sie erhielten jeweils 3000 Euro

Franzisca Krapp mit dem Entwurf Tidea, Anne Elias mit ihrer Arbeit HUB+ und Lucie Gundlach mit ihrem Beitrag DELION. Sie erhielten jeweils 3000 Euro

Foto: HWF / HA

Ungewöhnliches Ende eines Ideenwettbewerbs: Jury vergab gleich drei erste Plätze. Der Auftraggeber muss nun selbst eine Lösung finden.

Harburg.  Eigentlich ist der Name „Neuland 23“ schon zum Begriff geworden. Über mehrere Jahre sind die Bewohner Harburgs durch die Entwicklung des gleichnamigen Bebauungsplans mit den Zielen vertraut und wissen vielfach, dass ab 2020 auf dem knapp 34 Hektar großen Wiesengelände westlich der A1-Autobahnanschlussstelle Harburg ein hafennaher Logistikpark für Lager- und Speditionsunternehmen entstehen soll. Erst kürzlich war auch der B-Plan „Neuland 23“ von der Harburger Bezirksversammlung beschlossen worden. Und schon folgt der nächste Schritt, bei dem es am Wochenende allerdings eine kuriose Entwicklung gab.

Die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, kurz HWF, die damit befasst ist, den neuen Gewerbestandort für Logistiknutzung zu entwickeln und zu vermarkten, hatte auf der Suche nach einem griffigen Namen für den Standort einen Wettbewerb aus der Taufe gehoben. Ein Kreativwettbewerb war ausgeschrieben und in Zusammenarbeit mit dem Studiengang „Kommunikationsdesign“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) waren auch Namen und Logos entwickelt worden. Drei davon kamen in die engere Auswahl. Doch das hochrangige Entscheidungsgremium konnte sich bei seiner Zusammenkunft am Wochenende nicht entscheiden - und vergab einfach drei erste Plätze. Nun muss die Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung sehen, wie sie damit klar kommt.

Für drei erste Plätze gab es auch drei erste Preise

„Die Entwürfe werden nun überarbeitet, bevor dann ein Beitrag in die weiteren Marketingaktivitäten der HWF einfließt, um die öffentlichwirksame Außendarstellung des Projekts zu bewirken und somit eine erfolgreiche Ansiedlung von wertschöpfenden Unternehmen zu generieren“, heißt es in einer Stellungnahme. Das siebenköpfige Entscheidungsgremium bestand aus dem Amtsleiter der Wirtschaftsbehörde, Martin Köppen, dem Harburger Fachamtsleiter für Stadt- und Landschaftsplanung, Hans-Christian Lied, HWF-Geschäftsführer Dr. Rolf Strittmatter, Mode und Design-Studiendekan Prof. Michael Weies sowie von der HAW Prof. Sven Vogel und Creative Director Jürgen Bamberg. Vorsitzende des Gremiums war Vermarktungsexpertin Prof. Dr. Monika Dobberstein. Zur Entscheidung standen die Entwürfe „Tidea“ von Franziska Krapp, „Hub+“ von Anne Elias sowie „Delion“ von Lucie Gundlach. Für die drei Gewinnerinnen gibt es nun allen Grund zum Jubeln, denn jeder erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

Das Projekt an den Toren der Stadt wird künftig als Logistikstandort mit Klimamodell-Charakter entwickelt. Mit dem Konzept soll durch eine nachhaltige Bauweise von Hallen und Anlagen sowie der Nutzung regenerativer Energien und dem schonenden Umgang mit Niederschlagswasser anspruchsvollen Umweltaspekten entsprochen werden.

Hamburger Behörden haben das Industriegebiet zum Klima-Modellquartier erklärt

Die bisher mit der Entwicklung des B-Plans „Neuland 23“ verbundenen Planungen sehen vor, dass sich für das Klima keine negativen Auswirkungen ergeben. Es soll von den begrünten Hallendächern der Unternehmen beispielsweise selbst bei Starkregen kein Regenwasser in das örtliche Grabensystem fließen. Hamburgs Behörden haben das künftige Industriegebiet zum Klima-Modellquartier erklärt. Unter dieser Vorgabe soll ein integriertes Regenwasser- und Energiemanagement für das Industriegebiet betrieben werden. Mit diesem Klima-Projekt sollen auch Erfahrungen für weitere Planungen der Hamburger Stadtentwicklung gesammelt werden. Die rund 400 in der Siedlungsgemeinschaft Neuland zusammengeschlossenen Bewohner des angrenzenden Gebiets bleiben allerdings weiterhin skeptisch, weil nach Angaben der Gemeinschaft Hamburgs Behörden seit 25 Jahren die Probleme ihrer örtlichen Grabenentwässerung nicht gelöst haben.