Harburg
Wahlkampf

AfD-Veranstaltung in Harburg eskaliert - Stinkbombe geworfen

Foto: dpa

Nach den abgerissenen Wahlplakaten muss die AfD den nächsten Dämpfer einstecken. Am Donnerstag wurde eine Veranstaltung in Harburg von Störenfrieden unterbrochen. Eine Person wurde in Gewahrsam genommen.

Hamburg. Eine Wahlkampf-Veranstaltung der AfD vor rund 600 Zuhörern ist am Donnerstagabend in Hamburg-Harburg massiv gestört worden. Rund 70 Demonstranten aus der linken Szene unterbrachen mehrfach die Rede des Hamburger Spitzenkandidaten Jörn Kruse in einem Gymnasium.

Sie wurden kurz nach Beginn der Veranstaltung aufgefordert, die Halle umgehend zu verlassen. Die Gruppe blieb jedoch zunächst auf den Plätzen sitzen, forderte auf einem Banner „Grenzenlose Solidarität statt Nationalismus“ und skandierte „Nationalismus raus aus den Köpfen“. Immer wieder applaudierten die Aktivisten, zwei Warnungen des Leiters der Veranstaltung ignorierten sie. Es soll auch eine Stinkbombe geworfen worden sein.

Aktivist wurde in Polizeigewahrsam genommen

Als die Störenfriede mit ihren Zwischenrufen nicht aufhörten, begannen Polizisten damit, sie aus der Halle zu eskortieren - dabei gab es Beifall von der AfD. Der Vorsitzende Bernd Lucke, der später über die Eurokrise und Griechenland sprechen sollte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Halle. Wie die Polizei gegenüber dem Abendblatt bestätigte, wurde eine Person in Gewahrsam genommen. Der Aktivist habe laut Polizei einen Beamten angegriffen. Schon vor der Veranstaltung hatte es eine Kundgebung von etwa 100 Anhängern der Linken gegeben - doch diese verlief friedlich.

Bei der Veranstaltung hatte der AfD-Vorsitzende Bernd Lucke mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen im griechischen Schuldenstreit seine Forderung nach einem Euro-Austritt Griechenlands erneuert. Es sei sonnenklar, dass dies in den aktuellen Verhandlungen der zentrale, zu entscheidende Punkt sei, sagte Lucke. Nichts wäre nun, da es „diesen massiven Interessenkonflikt“ zwischen der griechischen Regierung und der Eurozone gebe, naheliegender, als diese griechische Tragödie zu beenden. „Aber keiner wagt es dieses Thema aufzugreifen.“

Auch mit ihren Wahlplakaten hatte die Partei nicht sehr viel Glück. "80 bis 90 Prozent unserer Plakate werden zerstört", sagte Parteichef Kruse. Deswegen überlege die AfD, Arbeitslose als laufende Plakatwände einzusetzen.