Harburg

Großspeicher: Vom Kaufhaus zum Konzertsaal

Investor Rolf Lengemann saniert den denkmalgeschützten Großspeicher im Harburger Binnenhafen. Das Kaufhaus gehört zu den ältesten Gebäuden im Binnenhafen.

Harburg. Am 28. März hat Rolf Lengemann einen Termin beim Hamburger Amt für Denkmalschutz. Dort will er die endgültigen Pläne für sein "neues Kaufhaus" vorlegen. "Dann entscheidet sich auch, ob die Stadt mein Vorhaben aus dem Topf für Städtebauliche Denkmalförderung fördert", sagt Lengemann. Bis dahin müssen alle Fragen zum Brandschutz, zum Lärmschutz geklärt sein, und das Konzept für das "Kunstkaufhaus" muss dann auch stehen. Der Investor, ein gebürtiger Harburger, der inzwischen in Mainz lebt, rechnet mit einem gesamten Investitionsvolumen von rund 700 000 Euro, um den Großspeicher im Binnenhafen zu sanieren und umzubauen. Rund 350 000 Euro erhofft sich Lengemann aus dem Fördertopf.

"Es ist toll, was sich gerade im Binnenhafen tut, und ich finde die Harburger HafenCity sowieso viel schöner als die Hamburger HafenCity, weil hier alt und neu nebeneinander bestehen bleiben", sagt Lengemann. Ab Sommer 2014, so die derzeitige Planung, sollen in dem Großspeicher unter anderem Konzerte stattfinden. Zudem plant Lengemann Ausstellungen und im Anbau des Kaufhauses könnte er sich eine Künstler-Wohnung vorstellen. 350 Personen sollen in dem künftigen Kunstkaufhaus Platz finden. Es müssen also zusätzliche Fluchtwege geplant werden. "Die Auflagen des Denkmalschutzamtes sehe ich weniger als Problem an, vielmehr beschäftigen uns derzeit die Fragen des Brandschutzes und des Lärmschutzes", sagt Rolf Lengemann, der seine Pläne bereits Harburgs Bezirksamtsleiter Thomas Völsch vorgelegt hat. Der stehe seiner Idee positiv gegenüber, so Lengemann, habe in dem Gespräch aber keinen Zweifel daran gelassen, dass für ihn der Lärmschutz besonders wichtig sei.

Im Erdgeschoss des Kaufhauses, das zu den ältesten Gebäuden des Binnenhafens gehört, soll ein Foyer entstehen. Klassische Konzerte und Konzerte mit Unterhaltungsmusik sollen im ersten Stock auf die Bühne gebracht werden. "Um die Akustik zu verbessern, werden wir einen Teil des Bodens zwischen 1. Stock und Dachgeschoss herausnehmen müssen", erklärt der Investor. Die Fassade des Gebäudes am Kaufhauskanal soll in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. Wenn Lengemann das Amt für Denkmalschutz nicht von seinen Plänen überzeugen kann, dann muss er andere Fördertöpfe finden. Dann werde es länger dauern, so Investor Rolf Lengemann, bis die erste Band auf der Bühne des Großspeichers stehen könne.