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Kaufhaus nur für Muslime - platzt das Projekt vor Eröffnung?

Juristische Debatte um das umstrittene Vorhaben: Der Sohn des Maklers, mit dem der Mietvertrag geschlossen wurde, hält den Vertrag für unwirksam.

Hamburg. Es ist ein Vorhaben, das für Diskussionen sorgt: Doch jetzt stehen die Pläne von Noura Abdi, in Harburg ein Kaufhaus nur für Muslime zu errichten, auf der Kippe.

Wie berichtet, hatte die gebürtige Tunesierin mit ihrer Geschäftsidee für Aufsehen gesorgt. Bürgermeister Olaf Scholz äußerte, er könne die Zweifel vieler Bürger am Shopping-Center für strenggläubige Muslime verstehen.

Abdi hatte den Mietvertrag über das Gebäude am Krummholzberg mit der Immobiliengesellschaft Adamofski geschlossen. Allerdings mit Gerhard Adamofski, dem 90 Jahre alten Vater des Maklers Wolfgang Adamofski. „Mein Sohn behauptet, das sei nicht rechtens. Er hätte ebenfalls in die Verhandlungen miteinbezogen werden und den Vertrag mit Frau Abdi unterschreiben müssen. Deshalb ist der Kontrakt angeblich nicht zustande gekommen“, sagt Gerhard Adamofski. Sein Sohn wolle nun den Vertrag anfechten.

Noura Abdi war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

In den vergangenen Wochen hatte es unter anderem von CDU und SPD massive Kritik an dem Vorhaben gegeben. Von mangelndem Integrationswillen war die Rede, von Ausgrenzung. Citymanager Matthias Heckmann sagte: "Das ist nicht das, was ich mir für die City wünsche. Ich kann mir denken, dass das Angebot viele Harburger ausschließt."

(mic)