Harburg
Harburg-Center

Die Ring-Galerie wird doch noch gebaut

Foto: Anima Berten

Nach der gütlichen Einigung mit dem Bezirk hofft der Wirtschaftsberater Hans-Dieter Lindberg nun auf liquide Hauptmieter.

Harburg. Die Ring-Galerie kommt. Und in fünf bis sechs Jahren wird sich Harburg wieder zum Einzelhandels-Oberzentrum der südlichen Hamburger Metropolregion aufgeschwungen haben. Der Harburger Wirtschaftsberater Hans-Dieter Lindberg (69), Inhaber des "Harburg Centers" am Harburger Ring 6, schaut wieder optimistisch in die Zukunft. Die juristische Auseinandersetzung mit dem Bezirksamt liegt einige Monate zurück. Ein Richter des Landgerichts empfahl der Verwaltung, eine gütliche Einigung herbeizuführen, um Schadensersatzforderungen zu vermeiden. An der Einigung wird jetzt gefeilt. Lindberg spricht von einem "wohlwollenden Miteinander". Er beabsichtigt, seine Ring-Galerie-Planung an der Stelle fortzusetzen, wo sie im Juli 2007 zum Stillstand gekommen war.

Ein Sondernutzungsvertrag für den Fußgängertunnel unterm Harburger Ring - zwischen Lüneburger Straße und Seevepassage - kam damals nicht zustande, und der von Lindberg kurz zuvor angekündigte Hauptmieter seiner Ring-Galerie, das Modeunternehmen TK Maxx, sprang in Folge ab. Um das leidige Thema "Fußgängertunnel" zu beenden - von Harburgs größtem Schandfleck ist die Rede -, verfolgten Bezirkspolitiker und Verwaltung fortan das Ziel, den Tunnel zuschütten zu lassen, eine Terrassentreppe zur Seevepassage anzulegen und in der Lüneburger Straße, vor dem Gloria-Haus, einen Platz mit Straßencafé. Problem: Der Tunnel lässt sich nicht ohne weiteres zuschütten. Lindberg gehören die Immobilien links uns rechts des Tunnelzugangs an der Seevepassage.

Die gütliche Einigung verspricht für Harburg nun einen Fortschritt in der festgefahrenen Angelegenheit. Lindberg ist zuversichtlich, wieder passende Mieter für das Ring-Galerie Vorhaben gewinnen zu können. "Ich stehe in Verhandlungen", sagt er. Die Ring-Galerie wird aus dem "Harburg Center" mit angesetzten Glas-/Stahlbauten zu beiden Seiten des Tunnels bestehen. Sobald neue Hauptmieter bereit stehen, rechnet Lindberg mit einer einjährigen Bauzeit. Er sieht für eine positive Entwicklung der Harburger Innenstadt auch gar keine andere Lösung, als den Tunnel als Eingangsportal zur Innenstadt aufzuwerten. Lindberg: "Das Phoenix-Center hat für Harburg die Oberzentrums-Funktion. Menschen aus dem Umland kommen hauptsächlich wegen des Phoenix-Centers zum Einkaufen nach Harburg. Gut 650 000 Kunden zählt das südliche Umland. Und die Kaufkraft liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die Ring-Galerie wird auf qualitativ gleichem Niveau wie das Phoenix-Center liegen und mit ergänzenden Angeboten die Menschen zum Wechsel der Straßenseite und zum Wechsel in die Fußgängerzone bis hin zu Karstadt bewegen. Dazu müssen auch in der Fußgängerzone zwei bis drei zugkräftige Geschäfte angesiedelt werden. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Vorhaben gelingt". Zu den Akteuren der Fußgängerzone, Citymanager Matthias Heckmann und BID-Manager Peter C. Kowalsky, hat Lindberg allerdings noch keinen Kontakt aufgenommen.

Jörg Heinrich Penner (GAL), Harburgs Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt, sagt: "Der Bezirk stellt erfüllbare Forderungen, damit das Projekt in modifizierter Form zu verwirklichen ist. Es gibt eine reelle Chance, dies in einem überschaubaren Zeitraum zu schaffen. Ziel unserer Gespräche ist es, zu einer Lösung zu kommen." Der "überschaubare Zeitraum" setzt Lindberg Grenzen. Penner: "Wenn die Ring-Galerie nicht zu verwirklichen ist, halten wir am Zuschütten des Tunnels fest. Eine weitere jahrelange Hängepartie wäre für Harburg unerträglich."