Hamburg

Alte Villa auf der Uhlenhorst wird abgerissen – für Neubau

Die alte Villa an der Averhoffstraße 26 wird abgerissen – an ihrer Stelle soll ein Haus mit Wohnungen und Tiefgarage entstehen

Die alte Villa an der Averhoffstraße 26 wird abgerissen – an ihrer Stelle soll ein Haus mit Wohnungen und Tiefgarage entstehen

Foto: Haas / Wochenblatt

Auf dem Grundstück an der Averhoffstraße 26 soll ein Haus mit zehn Wohnungen und Tiefgarage entstehen.

Hamburg.  Sie wirkt wie eine exotische Rarität, gibt sich wehrhaft, eingezwängt zwischen den benachbarten vier- und fünfgeschossigen Wohnhäusern. Doch seit geraumer Zeit steht die Villa an der Averhoffstraße 26 (Uhlenhorst) leer. Der Vorgarten wirkt vernachlässigt und ungepflegt. Ein Nachbar nutzt die Einfahrt als willkommenen Autostellplatz. Im Hof hinter dem Haus sprießen Bäumchen aus dem Pflaster. Die Eingangstür ist von Spinnweben bedeckt: Schon lange trat hier niemand mehr ein.

Passanten und Nachbarn beobachten den zunehmenden Verfall der Villa und rätseln, warum dieses attraktive Gebäude verkommt – und das in Zeiten so großer Wohnungsknappheit. Im Leerstandmelder Hamburg, betrieben vom Verein Gängeviertel, ist das Haus gelistet: Seit mindestens einem Jahr stehe es leer.

Eigentümer der Villa hat Abriss und Neubau beantragt

Das Gebäude stammt vermutlich aus dem späten 19. Jahrhundert, verrät ein Experte aus dem Denkmalamt. Es vereine einen „Mix von Stilen“. Architekten hätten damals gerne Elemente aus früheren Epochen „zitiert“. So zeige der Kielbogen über dem Vordereingang etwa eine Anmutung aus der englischen Gotik. Die Dachzinnen als Stilelemente erinnern an frühere Zeiten: wie etwa in Maghreb oder Andalusien, wo sie noch als Vorbauten für Wehrgänge dienten. Mehr Details zur Geschichte dieses Hauses sind allerdings nicht zu erfahren, es steht nicht unter Denkmalschutz.

Harte Fakten kommen hingegen aus dem Bezirksamt Nord. „Der Eigentümer des Gebäudes hat Abriss und Neubau eines Mehrfamilienhauses mit zehn Wohneinheiten und Tiefgarage beantragt. Dafür liegt ihm eine Genehmigung vor“, sagt Behördensprecher Daniel Gritz. Er bestätigt, dass es sich bei dem Gebäude um kein Denkmal handele. „Es steht auch nicht in einem Gebiet, für das eine Erhaltensverordnung gilt.“ Auf Amtsdeutsch bedeutet das: Es handelt sich um einen „gerechtfertigten Leerstand“. Die Tage des Hauses sind also gezählt.