Uhlenhorst

Verzögerungen bei Luxuswohnprojekt: Käufer in Not

Der Kran wurde bereits abgebaut, nun herrscht Stillleben auf der Baustelle an der Schenkendorfstraße

Der Kran wurde bereits abgebaut, nun herrscht Stillleben auf der Baustelle an der Schenkendorfstraße

Foto: mdt/Wochenblatt

Sie haben viel Geld in das Projekt „The Yard“ auf der Uhlenhorst investiert. Aber wann die Wohnungen gebaut werden, ist ungewiss.

Hamburg.  Das Tor zum Innenhof an der Schenkendorfstraße 28 ist verschlossen. Dort soll das umstrittene Luxuswohnprojekt „The Yard“ entstehen, dem das Oberste Hamburger Verwaltungsgericht einen Riegel vorgeschoben hat. Laut bestehender Baugrundlage, einem Durchführungsplan von 1957, sei es illegal, entschied das Gericht nach Klagen von Eigentümern der Nachbargebäude rund um den Innenhof. Der bereits begonnene Bau musste sofort gestoppt werden. Für die Käufer der 33 Eigentumswohnungen sind die Bauverzögerungen eine große Belastung: Wann das neue Zuhause gebaut wird, ist ungewiss.

Nun soll der Bebauungsplan Uhlenhorst 1 eine rechtlich abgesicherte Grundlage für den Weiterbau des Projekts schaffen. Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord hat ihm kürzlich gegen die Stimmen der Linken mit großer Mehrheit zugestimmt.

Viele Käufer der „The Yard“-Wohnungen sind junge Paare und Familien

Fünf Käufer der geplanten 33 Eigentumswohnungen stehen mit traurigen Gesichtern vor dem verschlossenen Tor zum Innenhof. Sie und viele andere haben bereits viel Geld für die künftige Wohnung auf der Uhlenhorst investiert. Der Baustopp war für sie ein Schock. „Ich fuhr hier oft vorbei. Lange stand da ein Kran. Eines Tages war der Kran weg. Das war schlimm“, sagt Claudia Schlorf, die mit ihrem Freund Claus-Mathis Hinrichs in eine der Wohnungen einziehen will.

„Du denkst ja, bei einer Baugenehmigung, da werden alle Dinge geprüft“, sagt Claus-Mathis Hinrichs. Viele Käufer haben Kredite aufgenommen, die bei einer längeren Unterbrechung des Weiterbaus nicht mehr bedient werden können. Das Geld wird knapp, denn wohl die meisten Käufer der „The Yard“-Wohnungen sind keine schwerreichen Zeitgenossen, wie von einigen der Nachbarn vermutet, sondern junge Paare und Familien, die ihr Erspartes in eine Verbesserung der Wohnsituation investiert haben.

Ein Betroffener: „Das kann finanziell nicht lange so weitergehen“

Viele Käufer kennen sich mittlerweile und haben sich untereinander vernetzt. Geteiltes Leid, halbes Leid? „Nein, volles Leid für alle. Unser Ziel ist eine Heimat für die Familie zu schaffen. Der Grundstein für die Zukunft“, sagt Daniel S., der seinen vollen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Für uns ist das keine Kapitalanlage“, ergänzt Claudia Schlorf. Einer der Käufer, der in Eimsbüttel wohnt, hat sein Kind schon auf der Uhlenhorst eingeschult, erzählen sie. Das muss nun auf unbestimmte Zeit pendeln.

„Das kann finanziell nicht lange so weitergehen“, ist sich Lasse Nitschke sicher. „Die Doppelbelastung, Kredite und Lebenshaltungskosten – das ist nicht mehr zu verkraften“, sagt Daniel S. Andere Käufer sind erst einmal umgezogen, um zu sparen.