Busbeschleunigung

Stolperfalle Mühlenkamp? Strafanzeige gegen Verkehrssenator

Die Bauarbeiten am Mühlenkamp für die Busbeschleunigung dauerten mehrere Monate

Die Bauarbeiten am Mühlenkamp für die Busbeschleunigung dauerten mehrere Monate

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Rechtsanwalt geht wegen des Fahrbahntrenners auf dem Mühlenkamp gegen Politiker vor. Schon 60 Anwohner sollen sich verletzt haben.

Hamburg.  Der Hamburger Rechtsanwalt Corvin Fischer hat Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) und den Staatsrat der Behörde, Andreas Rieckhof (SPD), gestellt. Es geht dabei um einen sogenannten Fahrbahnteiler, der im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms auf dem Mühlenkamp gebaut wurde. Dieser sei eine Stolperfalle, bestätigte der Rechtsanwalt einen Bericht der „Bild“-Zeitung vom Montag.

In seiner Anzeige nennt er nach eigenen Angaben 16 Opfer mit Namen, die beim Überqueren der Straße gestürzt waren und sich teilweise schwer verletzt hatten. Inzwischen kenne er sogar 20 Opfer. Die Staatsanwaltschaft Hamburg konnte den Eingang der Strafanzeige noch nicht bestätigen. Beim zuständigen Abteilungsleiter liege sie noch nicht vor, sagte eine Sprecherin.

Im Juni hatte die Stadt den etwa sechs Zentimeter hohen Absatz zwischen die beiden Spuren gebaut, um die Autos daran zu hindern, rechts an den Bussen vorbeizufahren. Aus Sicht von Rechtsanwalt Fischer, der selbst in Winterhude lebt, ist die Maßnahme anders als eine Verkehrsinsel nicht zulässig. Auf jeden Fall müsse jedoch der Senat die Maßnahme ändern, wenn sich herausstellt, dass sie zu Körperverletzungen führt.

Bereits seit Wochen laufen Winterhuder gegen den Fahrbahnteiler Sturm. Es gibt es eine Liste, auf der sich inzwischen etwa 60 Anwohner eingetragen haben, die über die Schwelle gestürzt waren.

( mik )