Busbeschleunigung

Kreativer Protest am Mühlenkamp – mit Klobürsten

Auf drei Pollern am Mühlenkamp, in der Fachsprach Pylonen, stecken schwarze Klobürsten

Auf drei Pollern am Mühlenkamp, in der Fachsprach Pylonen, stecken schwarze Klobürsten

Foto: Marcelo Hernandez

Die Anwohner wollen nicht nur über die neue Straßenführung streiten. Sie haben sich auf dem Kiez umgeguckt, wie man Unwillen zeigen kann.

Hamburg. Jetzt reicht es den Mühlenkampern wohl endgültig: Genervte Anwohner haben die neuen Poller an der Kreuzung Gertigstraße kreativ geschmückt – mit schwarzen Klobüsten. Das Signal ist klar: Die neue Verkehrsinsel finden viele im Stadtteil unsinnig.

Klobürsten als Symbol des Protests gegen die Staatsmacht gibt es in Hamburg seit den Polizeikontrollen im Zusammenhang mit den Gefahrengebieten auf St. Pauli. Damals hatten Polizisten bei Kontrollen im Rucksack eines Mannes eine weiße Klobürste entdeckt und sichergestellt. Das Foto wurde bundesweit verbreitet. Kurz darauf trafen sich mehrere hundert Demonstranten zu einer Klobürsten-Party auf der Reeperbahn.

Die neue, überfahrbare Verkehrsinsel ist Teil der Umbaumaßnahmen für das Busbeschleunigungsprogramm. Sie soll verhindern, dass Autos auf dem Mühlenkamp links in die Gertigstraße abbiegen. „Offenbar hat der Senat nun völlig durchgedreht“, postete der FDP-Politiker Wieland Schinnenburg seine Unterstützung für den Klobürsten-Protest der Anwohner. (mik)