Lichtkunst

Michael Batz taucht den Hafen wieder in blaues Licht

Lichtkünstler Michael Batz bezieht in diesem Jahr erstmals auch die Brücken der Speicherstadt und das Chilehaus mit ein.

Hamburg. In einem wundersamen, geradezu magischen Licht wird Hamburgs Hafen von Freitag kommender Woche an erstrahlen. Auf 8,5 Kilometern beidseitig der Elbe sorgen mehr als 12.000 blaue Leuchtquellen für ungewöhnliche Ansichten im Herzen der Hansestadt. Zum fünften Mal seit 2008 ist das Motto der spektakulären Aktion Programm: Blue Port.

Es ist die optische Ouvertüre für die Cruise Days vom 11. bis 13. September. Zum maritimen Festival, zu dem erneut Hunderttausende erwartet werden, präsentieren sich auch drei Kreuzfahrtschiffe in der passenden Beleuchtung. „Es handelt sich um ein wunderbares Abenteuer“, sagte Initiator Michael Batz bei der Vorstellung des Ereignisses an Bord der „Rickmer Rickmers“, „und ein bisschen verrückt ist das Ganze schon.“

8000 blaue Leuchtstoffleuchten und 1000 LED-Leuchten

Das kann man wohl sagen. Seit vier Monaten arbeiten bis zu 40 Mitarbeiter im Team an der Umsetzung. An rund 100 markanten Punkten im Hafen und am Fluss werden 8000 blaue Leuchtstoffleuchten und 1000 LED-Leuchten installiert. 3000 ohnehin vorhandene Lampen und Strahler werden blau verkleidet. An den Kosten von 300.000 Euro beteiligt sich das Hamburg Marketing mit etwa der Hälfte; den Rest übernehmen Hafen-Firmen und Künstler Batz.

Vier professionelle Höhenkletterer befestigen Leuchten an der Spitze der Elbphilharmonie. Entlang der Köhlbrandbrücke werden 900 Stück montiert. Weitere Gebäude, Kaistrecken, Kräne, Docks, die Großmarkthalle, Anleger, Pontons und Bäume, aber auch Barkassen, Fährschiffe, Schlepper und Betriebsfahrzeuge runden das Gesamtbild ab. Erstmals werden zudem das Chilehaus sowie die historischen Brücken der Speicherstadt in das Spektakel einbezogen. Ziel ist es, den Hafen durch die blaue Inszenierung in einen „künstlerischen Lichtraum“ zu verwandeln.

„85 Prozent der Lichtquellen sind fertig installiert“, sagte Michael Batz. Auf die Idee sei er anlässlich der „Blue Goals“ gekommen: Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 sorgten blau leuchtende Tore auf Hamburgs Dächern für weltweites Aufsehen. Da aktuell Standorte einer möglichen Olympiastadt Hamburg in das Ensem­ble einbezogen sind, soll auch Glanz auf diese Bewerbung fallen.

Der Zuspruch der Hafenfirmen sei so groß wie noch nie

Das offizielle „Einleuchten“ des Blue Ports steigt am 4. September um 20.45 Uhr. Mit einem symbolischen Knopfdruck in der Elbphilharmonie wollen Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit und Initiator Michael Batz den Augenschmaus starten und in Szene setzen. Parallel laden die Organisatoren des Blue Ports, das Internetportal hamburg.de und Radio Hamburg zu einer blauen Fiesta an die Landungsbrücken. Ste uerbords der „Rickmer Rickmers“ stehen dann Ess- und Getränkebuden sowie eine Bühne für Unterhaltung und Musik bereit (siehe Kasten).

„Mit vereinter Fantasie wollen wir den Hafen auf leise, aber dennoch große Art in ungewöhnlichem Licht erscheinen lassen“, hofft Batz. Zehn Tage lang, bis zum 13. September, wird es jeweils von 20.30 bis 1 Uhr am Elbufer leuchten. „Die Energiekosten halten sich in bescheidenem, zu verantwortenden Rahmen“, heißt es. Der Zuspruch der Hafenfirmen sei so groß wie noch nie seit der Premiere 2008 gewesen.

Besonders aufwendig und anspruchsvoll sind die Vorarbeiten nicht nur an Elbphilharmonie und Köhlbrandbrücke, sondern auch an den Terminals von Blohm + Voss, auf der Norderelbbrücke, am Augustinum und den Terminals von Eurogate. Sogar mobile Containertransporter, sogenannte Van Carrier, werden entsprechend ausgerüstet.

Die vergangenen vier Aufführungen des Blue Ports sorgten über Norddeutschland hinaus für Aufsehen – im wahrsten Sinn des Wortes. „Hafenstädte wie Barcelona und Kopenhagen haben Interesse bekundet“, verriet Michael Batz. Vielleicht wird eine leuchtende Idee demnächst in andere Länder exportiert. Heimathafen des Ereignisses jedoch, das ist klar, bleibt Hamburg.

Weitere Informationen zum Blue Port vom 4. bis 13. September gibt es unter www.blueport-hamburg.de