Luxusliner in Hamburg

„Queen Mary“ darf nicht mehr in die HafenCity

Ihre Größe und der enorme
Tiefgang werden der „Queen
Mary 2“ in Hamburg zum
Verhängnis: Sie muss den
Liegeplatz wechseln

Ihre Größe und der enorme Tiefgang werden der „Queen Mary 2“ in Hamburg zum Verhängnis: Sie muss den Liegeplatz wechseln

Foto: Veronika Martens / HA

Weil Teile des Hafens verschlammen, wird die „Queen Mary 2“ bei den Cruise Days erstmals nicht in der HafenCity festmachen.

Hamburg. Das ist der „Königin“ in Hamburg noch nie passiert. Erstmals in ihrer langen Besuchsserie kann die „Queen Mary 2“, das ausgemachte Lieblingsschiff der Hamburger, nicht ihren angestammten Liegeplatz in der HafenCity anlaufen. Wegen zunehmender Verschlammung in diesem Hafenbecken reicht die aktuelle Wassertiefe für den Ozeanriesen nicht mehr aus. Deshalb muss das Flaggschiff der Reederei Cunard während der Cruise Days vom 11. bis 13. September an das Südufer der Elbe nach Steinwerder ausweichen. Daran werden sich Kreuzfahrtfans erst gewöhnen müssen.

Seit ihrem ersten Anlauf am 19. Juli 2004 verbindet die „Queen Mary 2“ ein besonderes Verhältnis mit Hamburg. Zeitweise wollten 500.000 Menschen das bloße Ein- und Auslaufen des 345 Meter langen Transatlantikliners sehen, nicht zuletzt liegt in der „Queen Mary 2“ einer der Gründe für den Kreuzfahrtboom in der Stadt. Doch nun wird ihr ein Tiefgang von bis zu zehn Metern zum Verhängnis.

Susanne Meinecke, Sprecherin der Verkehrsbehörde: „Es handelt sich um ein Kreuzfahrtschiff mit großem Tiefgang, für welches die aktuelle Wassertiefe am Kreuzfahrtterminal in der HafenCity unter nautischen Aspekten leider nicht ausreichend ist.“ Aus umwelttechnischen Gründen sei es der Hamburg Port Authority (HPA) in den Sommermonaten zwischen April und November nicht möglich, die Wassertiefe durch Baggerarbeiten herzustellen. Deshalb wurde für die Cruise Days ein größeres Umparkmanöver nötig. Die weniger tiefliegende „MSC Splendida“ und die „QM2“ tauschen die Liegeplätze. Laut Reederei Cunard seien auch die restlichen Anläufe der „Queen Mary 2“ in diesem Jahr (18. September/ 20. Oktober) in Steinwerder geplant.

Schon in der vergangenen Woche deutete Tino Klemm, Finanzchef der HPA, bei der Bilanzvorstellung an, dass es Probleme mit der Wassertiefe in einigen Hafenbereichen gibt. So klagten Terminalbetreiber, dass die vorgeschriebenen Wassertiefen in den sogenannten Liegewannen der Schiffe an den Kaimauern nicht mehr eingehalten werden. Die Kosten für Baggerarbeiten seien im vergangenen Jahr um rund zehn Millionen auf 66 Millionen Euro gestiegen. Die Aussicht für 2015 sei nicht viel besser. Und das wird nun auch für die Kreuzfahrtbranche zum Problem. Sinje Pangritz von der HPA: „Im Moment führt die Elbe historisch wenig Wasser. Diese Extremsituation führt dazu, dass es in allen Hafenbereichen und Zufahrten zu überproportional hohen Sedimentationsraten kommt.“ Grund sei laut Verkehrsbehörde der extrem geringe Oberwasserabfluss. Insbesondere der östliche Teil des Hafens verschlamme zusehends.

Die britische Reederei Cunard sieht in dieser notgedrungenen Planänderung für ihre „Königin“ und deren Passagiere keine Probleme. Alle Kunden seien vorab informiert worden. „Für Abreisende bieten wir Transfermöglichkeiten an, die an Bord gebucht werden können“, sagte ein Cunard-Sprecher dem Abendblatt. Für Anreisende werde es diesen Shuttle-Service nicht geben. „Da die meisten Gäste individuell mit dem eigenen Auto oder Taxi anreisen, bietet Steinwerder herausragende logistische Möglichkeiten mit vielen Stellplätzen.“ Ein Logistikteam habe sich vor Ort über die neuen Rahmenbedingungen informiert. Ergebnis: Nur positive Rückmeldungen. Seit der Eröffnung seien einige größere Schiffe anderer Reedereien problemlos abgefertigt worden. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass dies auch bei der ,Queen Mary 2‘der Fall ist.“

Cunard sei sogar froh darüber, dass es die Alternative Steinwerder gibt, da die „Queen Mary 2“ aufgrund ihrer Dimensionen nicht am Terminal in Altona festmachen könne. Der Sprecher: „Insofern wären die drei Anläufe in Hamburg in diesem Jahr gefährdet gewesen, wenn nicht das neue, dritte Terminal schnell und planmäßig gebaut worden wäre.“

Insgesamt werden zu den Hamburg Cruise Days 2015 sieben Kreuzfahrtriesen den Hafen ansteuern. Den Anfang machen am 11. September die „Costa neoRomantica“ und die „Amadea“. Am 12. September folgen „Mein Schiff 4“, die „Europa“ und die „AIDAbella“. Den Abschluss am Sonntag bilden dann die Liegeplatz tauschenden „Queen Mary 2“ und „MSC Splendida“.