Hamburg. In einem Lokal wollten sich Mitglieder des vom Verfassungsschutz beobachteten Vereins heimlich treffen – doch daraus wurde nichts.

Rechtsextreme haben offenbar versucht, in einem Lokal in Hamburg-Wilhelmsburg heimlich eine Versammlung abzuhalten. Der Verein Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG) hatte für den 7. März zu einer Buchpräsentation mit dem Autor und Verschwörungstheoretiker Thorsten Schulte geladen. Der Verein wird seit 2023 wegen „gesichert rechtsextremer Bestrebungen“ vom Verfassungsschutz beobachtet.

Wirt Oliver Riege war überrascht, als er erfuhr, wer sich da bei ihm eingemietet hatte. Der Inhaber des Kupferkrugs in Wilhelmsburg sagt, er habe von der Presse erfahren, welche Gruppe den Saal des Lokals für den 7. März gemietet habe. Zuerst hatte die „Mopo“ über den Fall berichtet.

Rechtsextreme wollen sich in Wilhelmsburg treffen – Wirt erteilt Absage

„Vor zwei Jahren haben die hier schon mal was gemacht, aber da haben sie sich als Verein angemeldet“, sagt Riege. Jetzt hätte es der Verein über einen Privatmann versucht. Die Reservierung sei vor etwa drei Wochen bei einer Kellnerin getätigt worden, sagt der Gastronom.

Er habe die Polizei alarmiert und die Veranstaltung umgehend abgesagt. „Ich habe klargemacht, dass sie sich nicht wieder melden sollen – auch nicht unter Namen von Einzelpersonen“, sagt Riege. „Ich will mit denen nichts zu tun haben.“

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Wilhelmsburg: Rechtsextremer Verein wollte Veranstaltungsort geheim halten

Laut des Hamburger Bündnisses gegen Rechts soll es sich beim Anmelder um Miguel Venegas handeln. Er ist stellvertretender Vorsitzender des AfD-Bezirksverbands Hamburg-Harburg und „Regioleiter“ der SWG. Für das Bündnis gegen Rechts zeigt dies die Vernetzung der AfD mit dem „organisierten Rechtsextremismus“. Dem Verein SWG sollte 2023 die Gemeinnützigkeit aberkannt werden.

Schon 2022 hatte Wirt Riege eine SWG-Veranstaltung nach Intervention des Bündnisses gegen Rechts abgesagt. Der Verein hatte laut des Bündnisses versucht, den Ort der aktuellen Veranstaltung geheim zu halten. Laut Riege seien 30 bis 40 Personen angemeldet gewesen. Nur zwei seien trotz der Absage erschienen.