Hamburg

Miniatur Wunderland reagiert nach Gespräch mit Bauern

Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt: Gerrit und Frederik Braun

Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt: Gerrit und Frederik Braun

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

Protest gegen Massentierhaltung in der Speicherstadt: Was ein Bauernhof-Besuch im Miniatur Wunderland bewirkte.

Hamburg. Vor gut einer Woche hat Gerrit Braun einen Bauernhof in Schleswig-Hostein besucht, jetzt hat das Miniatur Wunderland Hamburg das gut einstündige Video dazu auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Vorangegangen war eine Fotokampagne der Modellbau-Anlage zur Massentierhaltung und der darauf folgenden massiven Kritik von Landwirten (das Abendblatt berichtete).

"Thomas Andresen vom Hof Barslund hat zweimal etwas gepostet, und darüber habe ich mich sehr geärgert", sagte Gerrit Braun, zusammen mit seinem Zwillingsbruder Frederik Chef des Miniatur Wunderlandes, am Freitag dem Hamburger Abendblatt. "Da habe ich mir gedacht, dass ich hinfahren und mit ihm sprechen muss. Ich habe mir den Hof ausgesucht, nicht der Bauernverband." Und der Hamburger und der Landwirt stellten fest, dass Reden hilft.

Miniatur Wunderland: Video bei Facebook

Der Bauer war sauer

Der Hof, ein Familienbetrieb seit 1911, liegt in Sillerup südwestlich von Flensburg im Norden von Schleswig-Holstein. Thomas Andresen bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau Christine den 350-Hektar-Betrieb mit 380 Milchkühen. Außerdem leben dort Schweine und Hühner im Freiland sowie eine kleine Herde Wasserbüffel. Auf Weide- und Ackerflächen wächst Futter für die Tiere, die eigene Biogas-Anlage wird mit Gülle vom Hof und ohne Mais betrieben.

Und das Wunderland in der Speicherstadt will jetzt mit Modellen die verschiedenen Tierhaltungsformen darstellen. "Wir planen und skizzieren", so Gerrit Braun, "wissen aber noch nicht, ob wir ein großes Modell machen oder fünf einzelne." Fünf Modellbauer sollen möglichst bis September damit fertig sein, "aber das ist sportlich", sagt Braun. Wichtig für ihn nach all der Aufregung um Massentierhaltung und Bauern-Kritik: "Ich möchte, dass die Gesellschaft den Menschen in den Vordergrund stellt und nicht die Konzerne."