St. Pauli

Schluss mit Uringestank – Ein WC-Haus für den Hafenpark

Im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Anwohner und Besucher: Der Park Fiction oberhalb der Elbe

Im Sommer ein beliebter Treffpunkt für Anwohner und Besucher: Der Park Fiction oberhalb der Elbe

Foto: Juergen Joost / Jürgen Joost

Hunderte versammeln sich an Sommerabenden mit Blick auf die Elbe am Park Fiction. Jetzt bekommt der Park endlich eigene Toiletten.

Hamburg. Den beißenden Geruch von Urin, der sich an manchen Abenden in großen Pfützen an der Mauer des Kirchgartens vor der St. Pauli Kirche oder an benachbarten Hauswänden sammelte, kennen viele Anwohner auf St. Pauli nur zu gut. Wenn vor allem an Sommerwochenenden Hunderte an den Hafen pilgerten, um im Park Fiction mit bestem Blick auf die Elbe zu grillen, Musik zu hören oder mit Freunden anzustoßen, musste mancher Anwohner erst einmal tief einatmen. Auch Gastronomen in der Umgebung klagten in der Vergangenheit wiederholt über die vielen Besucher, die ihre Bars und Cafés nur aufsuchen würden, um dort auf Toilette zu gehen.

Doch damit soll jetzt Schluss sein. Mit Beginn des Frühlings bekommt eine der beliebtesten Hamburger Parkanlagen endlich eigene Toiletten. "Seit der Eröffnung des Park Fiction 2005 setzen wir uns dafür ein, dass es öffentliche Toiletten im Park gibt", sagt Christoph Schäfer vom Park Fiction Komitee. Es sei zwar ein langer Weg gewesen, dafür sei man jetzt umso glücklicher, endlich eine dauerhafte Lösung pünktlich zum Beginn der neuen Saison gefunden zu haben. Aufgestellt werden sollen die Toiletten bereits am 18. April an der Stelle des ehemaligen Hundegartens.

Trinkwasser und Strom für Elektrofahrräder

Das Besondere: Das WC-Haus ist nicht nur barrierefrei, sondern bietet auch viele weitere Vorteile. So können Besucher an der Außenwand nicht nur Trinkwasser abzapfen, sondern auch Strom für Elektrofahrräder beziehen oder ihre Räder mit Luft aufblasen. "Das ganze ist ein Standardmodell, das die Stadt Hamburg derzeit an vielen Orten plant", sagt Schäfer. Man habe jedoch vereinbart, dass sich das neue Gebäude auch künstlerisch in den Park einfügen müsse. Daher werde das Häuschen auch mit einem schmückenden Dachfürst verziert, das ein wenig an den Dogenpalast in Venedig erinnern werde. So oder so ist es für einen der beliebtesten Hamburger Treffpunkte schon jetzt eine Bereicherung.