HafenCity

Wasserleitung manipuliert – Elbarkaden überflutet

Die Elbarkaden mit dem Designxport in den drei unteren Etagen von der Wasserseite aus gesehen

Die Elbarkaden mit dem Designxport in den drei unteren Etagen von der Wasserseite aus gesehen

Foto: designxport

Hintergrund unklar. Polizei ermittelt. 800 Quadratmeter großes Ausstellungszentrum überflutet, Veranstaltungen abgesagt.

Hamburg.  „Design ist alles ist Design“ lautet das Motto des Designxports in den Elbarkaden, Hamburgs großem Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum für aktuelles Design in der HafenCity. In der Nachbarschaft sind Kreativbüros, Agenturen sowie das Internationale Maritime Museum und das Automuseum Prototyp. Doch nun heißt das Motto: „Design ist alles ist nass.“ Die 800 Quadratmeter große Ausstellungsfläche musste wegen eines Wasserschadens geräumt werden.

„Am frühen Morgen des 26. September 2017 flossen aus einer offenbar widerrechtlich manipulierten Hauptwasserleitung auf der Nachbarfläche von Designxport innerhalb weniger Stunden insgesamt mindestens 100.000 Liter Leitungswasser durch die drei Geschosse der Räumlichkeiten. Die Schäden an Fußböden, Wänden, Decken und dem Innenausbau sind erheblich“, heißt es auf der Internetseite.

Es wird Monate bis zur Wiedereröffnung dauern

Als Folge mussten der Standort an der Hongkongstraße 8 geschlossen sowie alle geplanten Veranstaltungen und Vermietungen abgesagt werden. Die Spurensicherung war auch schon da, die Polizei übergab den Fall bereits an die Staatsanwaltschaft, die wegen Sachbeschädigung ermittelt. „Die Trocken­legung der Fläche ist abgeschlossen“, sagt Maike Kolbeck, Sprecherin der Bayerischen Versorgungskammer, die Eigentümerin des Gebäudes ist. „Die Untersuchung der Ursache wird noch dauern.“ Klar ist aber, dass der Schaden im Gebäude selbst entstanden ist.

„Bis zur Wiedereröffnung der Räume wird es leider noch ein paar Monate dauern“, sagt Designxport-Geschäftsführerin Babette Peters. „Wir erwarten in den nächsten Tagen die Freigabe der Kostenübernahme für die Demontage- und Sanierungsmaßnahmen durch die Versicherungen. Danach kann mit den notwendigen Arbeiten begonnen werden.“

Zwölf Jahre Vorarbeit bis zur Eröffnung

Für Peters ist der Fall besonders bitter. Zwölf Jahre lang hatte die Kunsthistorikerin und ehemalige Design­beauftragte der Stadt auf die Eröffnung des Designxports hingearbeitet. Im Sommer 2014 war es dann so weit: Die von der Kulturbehörde geförderte Ausstellungsfläche mit Café, Bibliothek und Shop wurde eröffnet. Und die Stadt hatte laut Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) „ein öffentliches Schaufenster für einen der vier größten Teilmärkte der Hamburger Kreativwirtschaft“. Seitdem fanden viele Ausstellungen statt.

Ende 2016 etwa wurden Einrichtungsklassiker des Hamburger Innenarchitekten Peter Maly gezeigt. Im Mai 2017 gab es eine Rückschau auf das kreative Schaffen des Designer-Duos Harm Jopp Jerseys (ehemals FKK) anlässlich ihres 20. Jubiläums. Außerdem ging Designxport Kooperationen mit anderen Galerien und Museen ein, zum Beispiel mit dem Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

„Design im gesellschaftlichen Wandel“, „Werbung gegen rechts“, „Design und Politik“ sowie „Marketing im Zeichen von Big Data“ waren Themen von Diskussionen und Vorträgen, etwa mit Zukunftsforscher Peter Wippermann, Gestalter Peter Schmidt und Netzunternehmer Sascha Lobo.

Die Einrichtung wurde vorerst eingelagert

Einrichtung, Mobiliar und Objekte der gefluteten Fläche wurden eingepackt und eingelagert. Die Geschäftsführerin hat übergangsweise ein Büro in Halle 424 des Oberhafens bezogen. Und aus der Not mittlerweile neue Kraft und Kreativität geschöpft. Denn der Betrieb soll weitergehen: „In der Zwischenzeit arbeiten wir an der zukünftigen Ausrichtung von Designxport und initiieren Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Stadt“, so Peters.

Im „Designxport Newsletter on tour“ werden zwei Veranstaltungen im Februar angekündigt: Beim „Design/Dings/Tag“ lernen Besucher das Arbeitsumfeld der gastgebenden Designer kennen. In einer kurzen Präsentation stellen sie ihr „Design/Ding“ vor; das kann ein Buch, eine Lampe oder ein Produkt aus dem Supermarkt sein.

Am 6. Februar laden die Kommunikationsdesigner Jan Mueller-Wiefel und Jürgen Nerger in ihr Studio Gudberg Nerger ein. Am 7. Februar findet die beliebte Vortragsreihe „Design/Short/Cuts“ ihre Fortsetzung. Darin stellt ein innovativ und nachhaltig orientierter Gestalter ein Projekt in drei Minuten vor. Die ursprünglich für Oktober 2017 geplante Veranstaltung wird nun im Fab Lab St. Pauli nachgeholt.