Umgewidmete Kirche

Pole löste an Silvester Terroralarm in Hamburg aus

André Zand-Vakili
Der Umbau der ehemaligen Kapernaum-Kirche zur Moschee ist noch immer nicht abgeschlossen (Archivbild)

Der Umbau der ehemaligen Kapernaum-Kirche zur Moschee ist noch immer nicht abgeschlossen (Archivbild)

Foto: Imago/epd

Gefährder aus rechtsextremer Szene drohte, Horner Moschee in die Luft zu sprengen. MEK stürmte die Wohnung des Mannes.

Langenhorn. Nach dem Hinweis von Anti-Terrorspezialisten der polnischen Polizei ist über Silvester in Hamburg Terroralarm ausgelöst worden. Die Ermittler aus Polen hatten vor einem Gefährder aus der dortigen rechtsextremen Szene gewarnt. Der Mann, so der besagte Hinweis, plane angeblich einen Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in Horn.

Via Bundeskriminalamt war der Hinweis am Silvesternachmittag in Hamburg bei der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts eingetroffen. Danach hatte der Pole in sozialen Netzwerken angekündigt, Sprengstoff aus Polen nach Hamburg schmuggeln zu wollen, um damit einen Anschlag auf die Moschee an der Sievekingsallee zu begehen. Bei der Moschee handelt es sich um eine ehemalige Kirche, die 2002 entwidmet wurde. Vor etwa drei Jahren hatte das islamische Zentrum Al-Nour die 1961 gebaute und unter Denkmalschutz stehende Kirche gekauft. Die Umwandlung in die Moschee ist noch nicht abgeschlossen.

Wohnung in Langenhorn durch Mobiles Einsatzkommando (MEK) gestürmt

Das Mobile Einsatzkommando (MEK) der Polizei stürmte die Wohnung des Mannes in Langenhorn. Die ehemalige Kirche wurde unter Polizeischutz gestellt. Am 1. Januar wurde der Pole, der bei dem MEK-Einsatz nicht angetroffen wurde, festgenommen. Sprengstoff war in seiner Wohnung allerdings nicht gefunden worden. In seiner Vernehmung gab der Mann zu, dass die Drohungen von ihm stammen. Er habe sie aus „Frust und Wut“ geschrieben. Die Tat habe er aber gar nicht umsetzen wollen. Er wurde anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt.