Hilfsorganisation

Arche eröffnet neuen Standort in Billstedt

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Bunt geschmückt: die neuen Räume der
Billstedter Arche

Bunt geschmückt: die neuen Räume der Billstedter Arche

Foto: Michael Rauhe / HA

Die Hilfsorganisation, die sich um Kinder in Not kümmert, sucht noch ehrenamtliche Helfer. Auch finanzielle Hilfe wird benötigt.

Hamburg.  Am Dienstag eröffnete die Arche ihren 22. deutschen Standort in Billstedt. Neben dem Pendant in Jenfeld befindet sich dort jetzt ein zweiter Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche in Not. Die im Rahmen der christlichen Nächstenliebe handelnde Organisation versteht sich als fürsorglich und vor allem glaubensübergreifend – das Kind steht im Mittelpunkt.

Vor sechs Jahren gab es erste Überlegungen, die Aktivitäten der Arche in diesem Bezirk zu etablieren. „Der Zuruf der örtlichen evangelische Kirchen­gemeinde ,Kirche ohne Turm‘ und der Grundschule An der Glinder Au bewegte die Arche schließlich, hier tätig zu werden“, sagt Tobias Lucht, regionaler Leiter der Arche in Hamburg. Beide Einrichtuungen verwiesen auf die Kinder­armut vor Ort.

Zurzeit drei pädagogische Mitarbeiter

„Die Arche Billstedt hat zurzeit drei pädagogische Mitarbeiter. Wir benötigen aber noch weitere ehrenamtliche Helfer“, sagt Tobias Lucht. Drei Tage pro Woche betreuen sie die Kinder vor Ort und bieten ihnen dort neben Mittagessen auch Hausaufgabenhilfe und eine künstlerisch-kreative und sportliche Freizeitbetreuung. An den anderen beiden Tagen arbeiten sie zusammen mit der Grundschule an Kurs- und Spielprojekten für die Kinder. Auch eine Annäherung an die umliegenden Flüchtlingsunterkünfte ist geplant.

Die Sozialpädagogin Annalisa Hesse war bereits vier Jahre in Jenfeld tätig. Auf die Frage, was sie motiviere, hat sie eine klare Antwort. „Die Geschichten der Kinder berühren mich. Ich möchte, dem Motto der Arche getreu, Kinder stark machen.“

Vor allem die seelische Armut der Kinder müsse abnehmen

Doch nicht nur auf soziales Engagement, sondern vor allem auf finanzielle Hilfe ist die Arche, die sich rein aus Spendengeldern finanziert, angewiesen. Lucht erklärt, dass das Projekt mit den jetzigen finanziellen Möglichkeiten für drei Jahre gesichert sei. Geldgeber waren unter anderem die „Til Schweiger Foundation“ und „Ein Herz für Kinder“.

Arche-Gründer Bernd Siggelkow sagte: „Ich bin stolz, dass wir heute die 22. Arche eröffnen. Gleichzeitig macht es mich traurig, dass es in Deutschland so viele bedürftige Kinder gibt. Viel lieber würde ich Archen schließen, als neue zu eröffnen.“

Vor allem die seelische Armut der Kinder müsse abnehmen. Es fehlen insbesondere Bezugspersonen, Mutmacher und ein vielfältiger Alltag. Kinder müssen in ihrem Glauben an sich selbst und ihrem Selbstvertrauen gefördert werden. Die Arche in Billstedt soll ein sicherer Hafen für Kinder sein, die laut Siggelkow sonst an ihren Problemen ersticken würden.

( hpjc, hppk, hptp )