St. Pauli

Neues Hotel mit 230 Zimmern für den Kiez

Der Entwurf für den Neubau an der Ecke Simon-von-Utrecht-Straße und Budapester Straße soll an die Architektor New Yorks erinnern

Der Entwurf für den Neubau an der Ecke Simon-von-Utrecht-Straße und Budapester Straße soll an die Architektor New Yorks erinnern

Foto: Stephen Williams Architekten

Gebaut wird die „Superbude“ nach New Yorker Vorbild. Investoren geben rund 35 Millionen Euro an der Simon-von-Utrecht-Straße aus.

Hamburg.  Die städtische Kommission für Bodenordnung (KfB) hat nach Abendblatt-Informationen dem Verkauf eines Filetgrundstücks an der Simon-von-Utrecht-Straße zugestimmt. Hier soll eine „Superbude“ mit bis zu 230 Zimmern gebaut werden. Das ist eine Mischung aus Hostel und Hotel. Zwei Häuser gibt es bereits in Hamburg. Der Baubeginn ist für April 2017 geplant, die Eröffnung voraussichtlich im Herbst 2018. Die Architektur des Gebäudes soll an New York angelehnt sein. Das Investitionsvolumen beträgt rund 35 Millionen Euro.

Hostel kommt auf Parkplatz

Die rund 2600 Quadratmeter große Fläche, die der Stadt gehört und als Parkplatz genutzt wird, liegt nur einen Steinwurf von der Reeperbahn entfernt. Auf St. Pauli gibt es kaum noch unbebaute Grundstücke, freie Flächen sind dementsprechend begehrt.

In diesem Fall hatte sich die Strabag Real Estate GmbH Projektentwicklung gegen zahlreiche weitere Interessenten bei dem Bieterverfahren des Landesbetriebes Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) durchgesetzt (wir berichteten). Mit der Zustimmung durch die KfB ist nun die letzte Hürde genommen worden: „Wir werden in Kürze einen Bauantrag stellen und freuen uns darauf, mitten auf dem Kiez ein Gebäude für ein besonderes und echt hamburgisches Hotelkonzept entwickeln zu können“, sagte Strabag-Prokurist Matthias Pirschel.

Fassade wird grün mit Wandmalerei

Neue Akzente soll das sechsgeschossige Gebäude setzen. Der Architektenwettbewerb wurde bereits abgeschlossen. Das Preisgericht hat sich für das Hamburger Büro Stephen Williams entschieden: „Wir bringen ein Stück New York auf den Kiez. Dunkler Backstein wird die Außenfassade dominieren und eine Außentreppe wird von der ersten bis sechsten Etage verlaufen“, sagte Pirschel. Das sei vor allem für die Optik, natürlich gebe es im Inneren einen Lift. Die Fassade soll begrünt und mit einer Wandmalerei versehen werden. Architekt Williams formuliert es so: „Wir wollen, dass die St. Paulianer sich in dem Haus wiederfinden. Die Architektur muss genauso so besonders sein wie der Stadtteil. Der Charme dieses Ortes muss in jeder Faser des Gebäudes spürbar sein.“

Im Erdgeschoss sollen Einzelhandel und Gastronomie einziehen: „Das sollen innovative Konzepte sein, die zum Kiez und der jüngeren Zielgruppe passen. Eine Superbude wäre an diesem Standort ideal. Derzeit befinden wir uns in finalen Verhandlungen“, sagte Pirschel. Mit Projekten auf dem Kiez kennt sich die Strabag aus. Das Unternehmen hat auch die Tanzenden Türme auf der Reeperbahn gebaut

Hinter Superbude steckt Kai Hollmann

Die Idee für die Superbude hatte Kai Hollmann. Im Schanzenviertel und am Hauptbahnhof gibt es bereits zwei Häuser, die jeweils eine durchschnittliche Auslastung von 85 Prozent haben. Nun konzentriert sich Hollmann auch auf St. Pauli: „Das ist die perfekte Lage für eine dritte Superbude in Hamburg. Der Kiez und unser junges und lebendiges Konzept passen einfach zusammen.“ Hollmann ist eine Branchengröße, betreibt auch die Designhotels Gastwerk in Bahrenfeld und The George in St. Georg und ist Gründer und Gesellschafter der 25hours-Hotelkette.

In der Superbude auf St. Pauli wird es Vierbettzimmer geben, auch eine WG für sechs Personen ist geplant. Aber ansonsten setzt Hollmann auf Doppelzimmer: „Die Nachfrage ist groß. Auch junge Leute wissen es zu schätzen, ihre Privatsphäre zu haben.“ Zur Preisgestaltung sagt Hollmann: „Die Übernachtung im Vierbettzimmer kostet ab 25 Euro exklusive Frühstück pro Person und Nacht.“

Modern und funktionale Zimmer

Modern und funktional sollen die Zimmer sein. Die vierte Etage mit Terrasse soll zum Treffpunkt werden. Für Hamburger und Hausgäste. „Hier werden wir die Gastronomie und Bar ansiedeln. Natürlich wird es etwas Besonderes werden. Wir sind dazu schon im Gespräch mit Hamburger Gastronomen“, sagte Hollmann.

Auch Mittes Bezirksamtsleiter Falko Droßmann (SPD) begrüßt gegenüber dem Abendblatt das Vorhaben: „St. Pauli ist traditionell ein Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt, und dementsprechend groß ist der Bedarf an Hotels. Deshalb ist es sinnvoll, hier eine Superbude zu bauen, die auch ein Angebot für Reisende mit einem geringeren Budget darstellt.“