Hamburg

Millionenumbau – neuer Glanz für das Hotel Atlantic

Das Atlantic an der Alster soll neu gestaltet werden

Das Atlantic an der Alster soll neu gestaltet werden

Foto: dpa Picture-Alliance / Markus Scholz / picture alliance / Markus Scholz

Im Luxushotel an der Alster werden Empfangshalle und Bar umgestaltet, es gibt ein weiteres Restaurant und zusätzliche Tagungsräume.

St. Georg.  Die Luxushotellerie in Hamburg bekommt Zuwachs. Im November eröffnet das Westin in der Elbphilharmonie und im Januar 2017 das The Fontenay an der Außenalster. Das bedeutet Konkurrenz für die etablierten Fünfsternehäuser in der Hansestadt. Deshalb macht sich das Atlantic Kempinski nun fit für die Zukunft. Nach Informationen des Abendblatts stehen in dem Grandhotel an der Alster Millioneninvestitionen an.

Neu gestaltet wird das Herzstück des Hotels – ein Bereich, den auch viele Hamburger kennen: die Empfangshalle und die Bar. Zudem werden die Küchenbereiche erneuert. Ein neues Restaurant soll noch in diesem Jahr eröffnen, außerdem werden fünf zusätzliche Tagungsräume mit Kapazitäten für jeweils bis zu 25 Personen eingerichtet.

Zuletzt Investitionen von 30 Millionen Euro

Geprüft wird darüber hinaus die zukünftige Nutzung des Gebäudeteils an der Alstertwiete. Ein Abriss wäre eine Möglichkeit. Zurzeit sind hier unter anderem Büros und der Wellnessbereich untergebracht, der ebenfalls neu gestaltet werden soll. „Wir werden die Modernisierungen in mehreren Phasen und bei laufendem Betrieb vornehmen. Um in der Luxushotellerie wettbewerbsfähig zu bleiben, sind regelmäßige Investitionen notwendig“, sagte der geschäftsführende Direktor Franco Esposito dem Abendblatt. Wichtig ist Esposito, der das Altantic seit Januar leitet, dass „die Grandhotelatmosphäre des Hauses bei der Neugestaltung der Räume berücksichtigt wird. Der Charme des Atlantic ist ein Alleinstellungsmerkmal.“

Mehr als 30 Millionen Euro flossen in den vergangenen Jahren bereits in die Erneuerung des Hotels, die Baumaßnahmen wurden im Sommer 2012 abgeschlossen. Damals wurden zwar alle Zimmer und Suiten modernisiert, doch die öffentlichen Bereiche blieben weitgehend unverändert. Die Bar ist ein beliebter Treffpunkt für Hotelgäste und die Hamburger, die hier vor allem gern nach festlichen Bällen einen Ab­sacker nehmen. Aber das Ambiente präsentiert sich im Stil der 80er-Jahre. In der Halle wurde ein neuer Teppich verlegt, doch die schwarzen Leder­möbel sind in die Jahre gekommen.

Wellnessbereich erinnert an 70er-Jahre

Auch der Wellnessbereich mit dem Schwimmbad passt nicht zu dem Anspruch eines Fünfsternehauses, sondern erinnert an die 70er-Jahre.

Noch sind die Baumaßnahmen in der Planung, sagte Esposito. Nach jetzigem Stand sollen die Arbeiten in den nächsten zweieinhalb Jahren beendet sein. Allerdings dürfte ein möglicher Neubau an der Alstertwiete mehr Zeit in Anspruch nehmen: „Hier werden diverse Optionen geprüft“, sagt Esposito.

Die Preise beginnen pro Nacht bei 230 Euro

Seit Monaten laufen hinter den Kulissen bereits die Bauarbeiten auf der Fläche des ehemaligen China-Restaurants Tsao Yang im Erdgeschoss mit Alsterblick. In den Räumen soll eine neue Gastronomie eröffnen, die sich vom gediegenen Atlantic-Restaurant deutlich unterscheidet. „Wir wollen hier ansprechendes hanseatisches Ambiente und eine gesunde Küche mit Klassikern und regionalem Bezug in entspannter Atmosphäre anbieten“, sagte Esposito. Das Konzept des Restaurants, dessen Namen er noch nicht verrät, soll auch die Hamburger ansprechen, die Preise günstiger sein als im Atlantic-Restaurant, wo die Hauptgerichte um 35 Euro liegen.

Mit der Entwicklung des Atlantic Kempinski ist Esposito zufrieden. Der Übernachtungspreis entwickele sich positiv. So beginnen die Raten für ein Einzelzimmer bei 230 Euro: „Natürlich gibt es auch hier Entwicklungspotenzial“, sagt Esposito.

375 zusätzliche Zimmer im Luxussegment

Die Immobilie, die seit mehr als 100 Jahren zu den bekanntesten Hotels in Deutschland zählt, hatte im Februar 2015 den Eigentümer gewechselt. Der Unternehmer Bernard große Broermann, dem die Asklepios-Klinik-Gruppe gehört, hatte das weiße Haus an der Alster erworben.

Mit der Eröffnung des Hotels Westin in der Elbphilharmonie und vom The Fontenay an der Alster entstehen etwa 375 zusätzliche Zimmer und Suiten im Luxussegment. Bislang sind in Hamburg zehn Häuser von dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) mit fünf Sternen klassifiziert, darunter das Atlantic. „Konkurrenz belebt das Geschäft“, sagt Atlantic-Direktor Esposito „Außerdem wird sich der Tourismus in Hamburg positiv weiterentwickeln.“

Bleibt die alte Frage, welches Hotel in Hamburg das erste Haus am Platz ist – das Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten am Neuen Jungfernstieg oder das Atlantic an der Außenalster? Esposito gibt sich in dieser Frage hanseatisch zurückhaltend: „Jedes Haus ist auf seine Weise einzigartig.“