Hotel Atlantic

Dreiste Diebe stehlen Udo Lindenbergs „Andrea Doria“

Der Sänger Udo Lindenberg im Foyer des Hotel Atlantic in Hamburg (Archiv)

Der Sänger Udo Lindenberg im Foyer des Hotel Atlantic in Hamburg (Archiv)

Foto: Christian Charisius / dpa

Die dreisten Diebe haben ein Bild von Udo Lindenberg aus dem Foyer des Nobel-Hotels Atlantic gestohlen. Fahndung nach den Tätern läuft.

St. Georg.  Quasi aus dem Wohnzimmer von Panikrocker Udo Lindenberg haben Kunstdiebe eines seiner Bilder gestohlen. Es hing im hinteren Bereich des Foyers im Fünf-Sterne-Hotel Atlantic. Lindenberg wohnt seit über 20 Jahren als Dauergast in dem Nobel-Hotel. Bei dem gestohlenen Bild handelt es sich um einen Kunstdruck mit dem Titel „Andrea Doria“. Der dreiste Diebstahl dauerte nur wenige Minuten. Die Täter, zwei Männer, entkamen mit der Beute. Das Landeskriminalamt ermittelt.

Kurz nach 21 Uhr war das Duo im Hotel aufgetaucht. Beide gingen an der Rezeption vorbei in den hinteren Bereich. Dort, in einem nicht vom Personal einsehbaren Bereich, nahmen sie das einen Meter mal 70 Zentimeter große Bild von der Wand und verschwanden damit in der Herrentoilette. Kurz darauf gingen sie in Richtung Ausgang. Dabei wurden die beiden Männer noch von Mitarbeitern darauf angesprochen, ob sie Hilfe brauchten. Die Männer verneinten das nur knapp. Dann waren sie durch den Eingang verschwunden.

Misstrauisch gewordene Angestellte schauten in der Toilette nach. Dort fanden sie nur noch den Rahmen vor. Das Bild war herausgeschnitten worden. Offenbar hatten die Täter es zusammengerollt und unter ihrer Kleidung verborgen. Einer der Angestellten will zudem den Griff einer Pistole gesehen haben, die einer der Täter am Rücken im Hosenbund trug. „Wir ermitteln wegen Diebstahls mit Waffe“, sagt Hauptkommissar Holger Vehren.

Bilder aus Überwachungskamera müssen ausgewertet werden

Einer der Täter wird als 35 Jahre alt, knapp 1,8 Meter groß und durchtrainiert beschrieben. Er hat kurze, blonde Haare trug Jeans und eng anliegende Oberbekleidung. Bei ihm könnte es sich um einen Osteuropäer handeln. Sein Komplize ist etwa zehn Zentimeter kleiner, schwarzhaarig und schlank beschrieben. Er könnte Nordafrikaner sein.

„Wir haben Aufnahmen aus Überwachungskameras“, sagt ein Ermittler. „Die müssen noch ausgewertet werden.“ Sie sollen auch zeigen, wie die Diebe das Bild abhängen. Jetzt wird erst einmal intern versucht die Männer zu identifizieren.

Möglicherweise haben die Täter den Kunstdruck für ein Original gehalten. Der Panikrocker ist auch Panikmaler. Mit kleinen Comiczeichnungen, die Männer und Frauen mit Hut zeigen, hat es angefangen. Seit 1995 malt der Panikrocker ganze Gemäldezyklen. Likörelle sind sein Markenzeichen. Es sind Gemälde bei denen nicht Farbe, sondern Hochprozentiges auf die Leinwand kommt. Im Atlantic entstehen viele der Bilder. Der Panikrocker wohnt nicht nur dort. Er hat dort auch sein Atelier. Einige seiner Bilder hängen im öffentlich zugänglichen Bereich des Hotels.

Der Wert des gestohlenen Kunstdrucks wird mit rund 2000 Euro beziffert. Für Originale werden dagegen auch mal fünfstellige Preise aufgerufen.

Lindenberg selbst hat von dem Diebstahl nichts direkt mitbekommen. Er ist kurz nach seinem 70. Geburtstag auf der „Keine Panik Tour“. Heute steht ein Konzert in München an.

Und was sagt das vornehme Hotel zu dem dreisten Diebstahl: „Kein Kommentar“.