Architektursommer Hamburg

Wer tanzt denn da Bismarck auf dem Kopf?

Die Industriekletterer Sascha Hamann (l) und Christian Schmidt montieren einen Steinbock des Wiener Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber auf den Kopf des Bismarckdenkmals in Hamburg

Die Industriekletterer Sascha Hamann (l) und Christian Schmidt montieren einen Steinbock des Wiener Künstlerkollektivs Steinbrener/Dempf & Huber auf den Kopf des Bismarckdenkmals in Hamburg

Foto: Christian Charisius / dpa

Industriekletterer montieren den Steinbock auf dem Denkmal. Was hinter der Aktion des Kollektivs Steinbrener/Dempf &Huber steckt.

Hamburg. Ein Steinbock auf dem höchsten Bismarckdenkmal der Welt: Mit einer spektakulären Aktion beteiligt sich das Wiener Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber am Hamburger Architektursommer. Die Steinbock-Skulptur wurde am Montag mit einem Kran auf das rund 34 Meter hohe Denkmal im Alten Elbpark oberhalb der Landungsbrücken in St. Pauli gebracht und mit Stahlseilen gesichert.

„Der Bismarck-Kult wird ironisch und subversiv unterwandert – oder besser gesagt: überwandert“, teilten die Künstler mit.

Neben dem Steinbock auf Bismarcks Kopf („Capricorn Two“) wird von Dienstag an in der St. Katharinen-Kirche unter dem Titel „To Be in Limbo“ ein riesiger Felsbrocken im lichten Kirchenschiff schweben. Damit huldigen die Wiener Künstler einerseits dem surrealistischen Maler René Magritte, der in seinen Bildern mehrfach Steine schweben ließ, wollen aber zugleich „das Thema Glauben in seiner vielschichtigen Dimension visualisieren“.

Von Mai bis Juli wird es im gesamten Stadtgebiet mehr als 200 Veranstaltungen geben, die sich mit Stadtentwicklung und Baukultur, Planung und Denkmalpflege, Technologie und Stilfragen, Kunstgeschichte und Zukunftsvisionen beschäftigen werden. „Hamburg, Europas nicht nur heimliche Hauptstadt der Bautätigkeit, verfügt, anders als Frankfurt, München, Berlin über keinen unabhängigen institutionellen Ort, der sich schwerpunktmäßig der Präsentation von Architektur widmet. Hamburg hat aber den Architektur Sommer“, heißt es in einem Grußwort der Initiatoren des Architektur-Festivals, das seit 1994 nun zum achten Mal veranstaltet wird.