HafenCity

Linksextreme überraschten Polizei mit Elphi-Sturm

Wasserwerfer-Einsatz bei Ausschreitungen in HafenCity. Demonstranten durchbrechen Absperrung. 16 Teilnehmer abgeführt, Verletzte auf beiden Seiten.

Hafencity. Es war der erste große Krawall in der HafenCity. Mehrere Teilnehmer der Demonstration zum Aktionstag der Blockupy-Bewegung haben am Sonnabend unmittelbar nach dem Ende des Aufzuges versucht, zur Elbphilharmonie vorzudringen. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Drei Beamte und auch einige Demonstranten wurden verletzt. Es gab mehrere Festnahmen. Das Motto des Aufzuges „HafenCity entern – Elbphilharmonie besichtigen“, erreichten die Demonstranten nicht. Es gelang ihnen nicht, bis zur Baustelle vorzudringen.

Laut Veranstalter waren es mehr als 2000, laut Polizei etwas mehr als 1000 Demonstranten, die vom Hachmannplatz über die Innenstadt in Richtung HafenCity gezogen waren. Der Aufzug blieb weitgehend friedlich. „Es gab lediglich vereinzelte Böller-Würfe“, sagt ein Beamter.

Das allgemeine Ziel der Teilnehmer: ein „ganz anderes Europa“ oder „Gemeingüter unter gesellschaftlicher Kontrolle und transnationale Solidarität“. In Hamburg setzt sich die Bewegung unter anderem für ein Bleiberecht der sogenannten Lampedusa-Flüchtlingen ein, kritisiert das Verfahren im Zusammenhang mit den Esso-Häusern und auch die Elbphilharmonie. Das Konzerthaus stand auch im Fokus der Demonstration. „Das Ziel der Demonstration ist die Baustelle der Elbphilharmonie, das weithin sichtbare Symbol für protzige Elitenkultur, Korruption und Verschwendung in Hamburg“, hatte Christoph Kleine von Blockupy vor der Demonstration gesagt.

Auch die Polizei hatte sich auf den Tag vorbereitet. Rund 1300 Beamte, darunter die gesamte Bereitschaftspolizei und vier Alarmhundertschaften, waren im Einsatz. „Es ging nicht nur um die Demonstration, sondern auch um den Schutz der Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Discomoves in Harburg“, sagte ein Beamter. „Der Aufzug der Blockupy-Bewegung war aber Kern des Einsatzes.“

Bis zu den Magellan-Terrassen verlief der Aufzug für die Polizei problemlos. Dann beendete der Veranstalter die Demonstration und löste damit den Aufzug auf. Kurz danach zählten Teilnehmer von zehn bis null. Bei Ende des Countdown stürmten sie los in Richtung Elbphilharmonie, in der ein „Tag der offenen Tür" stattfand, für den mehrere Tausend Karten in Umlauf gebracht worden waren.

150 Linksextreme überraschen Polizei

Die Polizei wurde offenbar völlig überrascht. Nicht einmal ihre Helme konnten die Beamten noch aufsetzen, als es zu der Auseinandersetzung kam. Polizeiketten wurden durchbrochen. Kurze Zeit später stoppten Beamte die Krawallmacher, deren harter Kern nach Polizeierkenntnissen aus rund 150 Linksextremisten bestand. Dabei wurde in den engen Straßen der HafenCity Wasserwerfer eingesetzt. „Es gab sechs Festnahmen und zehn Ingewahrsamnahmen“, sagt Hauptkommissar Andreas Schöpflin.

Den Demonstranten gelang es nicht mehr, bis zur Elbphilharmonie zu kommen. Die Polizei ließ die Klappbrücke über den Sandtorhafen öffnen. Damit war einer der beiden Wege zu dem Konzerthaus unterbrochen. Die Straße Am Kaiserkai und die beiden Promenaden entlang der Kaimauern wurden abgesperrt.

Die Einsatzleitung der Polizei hatte befürchtet, dass es Kleingruppen gelangen könnte, sich unter die Besucher der Elbphilharmonie zu mischen und im Bereich der Baustelle Aktionen durchzuführen, wie das Entrollen von Spruchbändern. Auch am Abend und in der Nacht blieb es aber ruhig. Einzig im Schanzenpark randalierten mehrere Vermummte.

Auch am Sonntag war die Polizei im Großeinsatz. An dem Tag waren es mehr als 800 Beamte, die eingesetzt wurden. „Zum einen standen die Kräfte im Zusammenhang mit dem Public-Viewing in der Imtech-Arena bereit“, sagte ein Polizist. „Es wurden aber auch nach der Demonstration am Sonnabend mit Aktionen aus dem Umfeld der Blockupy-Bewegung im Bereich der Elbphilharmonie gerechnet, wo, wie bereits am Sonnabend, ein Tag der offenen Tür stattfand.“