Demonstration

Blockupy-Protestler wollen Elbphilharmonie entern

Die Aktion finden ausgerechnet am „Tag der Elbphilharmonie“ statt. Unter dem Motto „HafenCity entern“ wollen die Demonstranten am Sonnabend gegen die Politik der EU protestieren.

Hambug. Am Sonnabend wird die Elbphilharmonie zum Ziel einer großen Blockupy-Demonstration. Motto: „HafenCity entern – Elbphilharmonie besichtigen!“ Die Kundgebung startet um 12.30 Uhr am Hachmannplatz und richtet sich gegen die Krisenpolitik der EU.

Blockupy setzt sich zusammen aus „blockieren“ und dem englischen Wort „occupy“ (besetzen) und ist ein länderübergreifendes Netzwerk.

Für die Aktivisten ist die Elbphilharmonie „das weithin sichtbare Symbol für protzige Elitenkultur, Korruption und Verschwendung in Hamburg“. In diesem „herausgeputzten Areal für die Reichen“ zeige sich, wohin die Mittel gingen, die Bedürftigen, Flüchtlingen und Millionen anderer Menschen für ein gutes Leben fehlten, sagte Sprecher Christoph Kleine.

Die Polizei rechnet mit bunten und medienwirksamen Aktionen. „Wir gehen davon aus, dass das Entern der Elbphilharmonie eher symbolisch gemeint ist“, so ein Sprecher.

Allerdings: Der Tag der Protestation ist wohlgewählt, denn am Sonnabend können Interessierte beim „Tag der Elbphilharmonie“ das Konzerthaus besuchen.

Konzertsaal und Plaza geöffnet

Auf dem Vorplatz der Baustelle in der Hafencity gibt es im Rahmen des 1. Internationalen Musikfestes kostenlose Konzerte auf einer Open-Air-Bühne. Unter anderem werden eine Sambagruppe, ein Bläserorchester, das Hip-Hop-Trio Deine Freunde, die Bands Kollektiv 22 und Miu auftreten.

Am Abend spielt der Stargeiger Daniel Hope mit dem Ensemble Resonanz. Sie sollen einen Vorgeschmack auf das Programm geben, das später einmal in der Elbphilharmonie erklingen wird. Auch am Sonntag treten zahlreiche Künstler vor der Baustelle auf. Besucher, die sich im Vorfeld angemeldet haben, können sich ein Bild von den Fortschritten auf der berühmten Kulturbaustelle machen. So können unter anderem der Konzertsaal mit der „Weißen Haut“ des japanischen Akustikers Yasuhisa Toyota und die öffentliche Plaza mit einem grandiosen Blick über den Hamburger Hafen besichtigt werden.

Seit der Neuordnung des Projekts geht es auf Deutschlands teuerster Kulturbaustelle wieder voran. Die Kosten für die „Gläserne Welle“ auf einem alten Kaispeicher stiegen von zunächst 77 Millionen Euro auf mittlerweile 789 Millionen Euro. Die Eröffnung wurde mehrmals von 2010 auf 2017 verschoben.