Hamburg

Beamte setzen Wasserwerfer gegen Blockupy-Protestler ein

Nach dem Protest von rund 1000 Demonstranten gegen Kapitalismus, kam es unweit der Elbphilharmonie zu Auseinandersetzungen zwischen 150 Linksextremisten und der Polizei. Böller flogen, die Beamten setzten Schlagstöcke und Wasserwerfer ein.

Hamburg. Über Tausend Menschen demonstrierten am Sonnabend unter dem Motto „Hafencity entern – Elbphilharmonie besichtigen“ gegen soziale Ungerechtigkeit und den Kapitalismus. Auf Transparenten und Plakaten forderten sie „Flüchtlinge willkommen“ und „Gemeinsam gegen die Macht der Banken“.

Zunächst sollte der Protestzug, der friedlich am Hauptbahnhof gestartet war, an den Marco-Polo-Terrassen in der HafenCity beendet werden, einer von den Organisatoren spontan angefragten Routenveränderung stimmte die Polizei aber zu, sodass die Demonstration gegen 15 Uhr auf den Magellan Terrassen zu Ende ging. Nachdem der Versammlungsleiter die Kundgebung für beendet erklärt hatte, kam es zu Ausschreitungen.

Aus einer Gruppe von 150 Linksextremisten heraus seien Beamte in der Nähe der Elbphilharmonie massiv mit Böllern beworfen worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten reagierten mit dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray. Drei Polizisten wurden leicht verletzt. Einer der Beamten wurde am Hals getroffen, als einer der Demonstranten einen Stuhl auf ihn warf. Auch mindestens ein Demonstrant musste von Rettungskräften behandelt werden.

Eine Gruppe versuchte laut Polizei eine Absperrung am Kaiserkai zu durchbrechen, um auf das Veranstaltungsgelände vor dem unfertigen Konzerthaus zu gelangen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Demonstranten davon abzuhalten. Einige der Protestler versuchten zudem, den Zugangsbereich zur Elbphilharmonie zu versperren, seien jedoch von Beamten abgedrängt worden. Ein Sprecher der Demonstranten bezeichnete die Reaktion der Polizei als „völlig überzogen“. Die Demonstranten seien „grundlos von der Polizei attakiert worden“.

Auch am Abend formierten sich immer wieder Störergruppen zwischen 20 und 50 Personen rund um die Elbphilharmonie. Eine Gruppe von 80 Demonstranten zog bis in die Innenstadt, wurde aber an der Mönckebergstraße in Höhe der Europapassage von der Polizei gestoppt und aufgelöst.

An der zuvor für beendet erklärten Demonstration hatten nach Polizeiangaben rund 1000 Menschen teilgenommen. Die Veranstalter selbst, die sogenannte Blockupy-Bewegung, sprachen von 2000 Teilnehmern.

Unterdessen feierten Hunderte Menschen den Tag der Elbphilharmonie in die Hafencity. Unter anderem sorgten das Hip-Hop-Trio Deine Freunde, die Bands Kollektiv 22, Miu, Lilabungalow und Die Heiterkeit für Stimmung. Stargäste waren der Geiger Daniel Hope mit dem Ensemble Resonanz und die Sängerin Y'akoto. Sie gaben einen Vorgeschmack auf das Programm, das später einmal in der Elbphilharmonie erklingen wird. Polizisten schirmten das Gelände ab, von den Demonstrationen bekamen die Besucher kaum etwas mit.

Die Hamburger Polizei war nach Angaben des Sprechers mit rund 1000 Beamten im Einsatz, um diese und weitere Veranstaltungen, darunter auch einen Wahlkampfauftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Fischmarkt, abzusichern.