Altstadt

Freitag, der 13.: Aberglaube auf dem Prüfstand

In der Mönckebergstraße konnten Passanten wahlweise einen Glücks- oder Unglücksparcours durchlaufen und hinterher ihr Gewinnerglück testen.

Hamburg. Wenn man an einem Freitag, dem 13., unter einer Leiter durchgeht, einen Spiegel zerbricht, Salz verschüttet und eine schwarze Katze von links nach rechts vorbeilaufen sieht – muss man dann ein bevorstehendes Unglück befürchten? Und kann man seinem Glück auf die Sprünge helfen, wenn man stattdessen Glückspfennige mit sich herumträgt, auf Holz klopft und Porzellan zerschlägt? Um zu klären, was an solch abergläubischen Vorstellungen dran ist, veranstaltete die GWUP – die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften – heute eine Mitmach-Aktion für Passanten in der Mönckebergstraße. Dabei konnten Teilnehmer zwischen einem Glücks- und einem Unglücksparcours wählen, diesen durchlaufen und anschließend um kleine Gewinne würfeln. Start der Aktion: pünktlich um 13.13 Uhr.

+++++Keine Angst vor Freitag dem 13.+++++

„Wir wollen mit diesem Experiment überprüfen, ob die, die den Glücksparcours wählen, im Durchschnitt häufiger gewinnen als die, die den Unglücksparcours durchlaufen haben“, erklärt Julia Offe, Leiterin der GWUP-Regionalgruppe Hamburg. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Wahl des Parcours sich nicht auf das Gewinnerglück auswirkt. Und heute wirft auch gleich die erste Teilnehmerin eine Sechs und gewinnt – trotz Leiter-Passage, zerbrochenem Spiegel und verschüttetem Salz.

"Abergläubische Ideen geben Menschen Halt und die Möglichkeit, Verantwortung von sich zu schieben", erklärt Julia Offe. "So machen sie einen Tag oder bestimmte Umstände dafür verantwortlich, wenn etwas schief gelaufen ist."

Außerdem sei es Teil der menschlichen Intelligenz, kausale Verbindungen zwischen Ereignissen herzustellen – "selbst wenn da in vielen Fällen einfach keine kausalen Verbindungen sind“, sagt die 32-Jährige. Aberglaube könne manchmal sogar gefährlich werden: „Häufig treffen Menschen auf der Basis fragwürdiger ‚Theorien’ wichtige Entscheidungen und setzen Vermögen, Beruf oder sogar ihre Gesundheit aufs Spiel“, so die Diplom-Biologin. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Angst vor Freitag, dem 13., jedenfalls nicht gerechtfertigt: "Statistiken haben gezeigt, dass da nicht mehr Unglücksfälle passieren als an anderen Tagen."

Und letztendlich ist die Angst vor Freitag, dem 13., auch kulturbedingt: "In meiner Heimat Mexiko gilt Freitag, der 13., eher als Glückstag", so eine Aktionsteilnehmerin.

Eine statistische Auswertung der Aktion finden Sie ab Sonnabend, 14. April, unter www.gwup.org/hamburg .