Antisemit

Georg-Bonne-Straße: Vorschläge für Umbenennung liegen vor

Hamburg: Noch heißt die Straße in Nienstedten nach Georg Bonne, bald soll sie Sophie Rahel Jansen gedenken.

Hamburg: Noch heißt die Straße in Nienstedten nach Georg Bonne, bald soll sie Sophie Rahel Jansen gedenken.

Foto: Roland Magunia

Staatsarchiv offenbart NS-Vergangenheit. Park und Straße in Altona sollen deshalb nun nach zwei jüdischen Frauen benannt werden.

Hamburg. Gleich zweimal ehren die Altonaer den Mediziner, Hamburger und Antisemit Georg Bonne. Eine Straße und ein Park wurden nach ihm benannt. Doch damit soll bald Schluss sein. Denn der Name Bonne wird aus dem Straßenbild des Bezirks getilgt.

Das hat die Bezirksversammlung aufgrund neuer Erkenntnisse über Bonnes rassistische und antisemitische Gesinnung beschlossen. Nun liegen zwei Vorschläge auf dem Tisch, wie die Straßen in Nienstedten und der Park in Bahrenfeld zukünftig heißen sollen.

Namensvorschläge: Sophie Rahel Jansen und Käthe Starke-Goldschmidt

Die Idee: Anstatt des umstrittenen Mediziners soll zwei Frauen jüdischen Glaubens gedacht werden, die zur NS-Zeit unter dem Regime litten. So soll die Georg-Bonne-Straße nach Sophie Rahel Jansen und der Bonnepark nach Käthe Starke-Goldschmidt benannt werden. Das sieht zumindest der Vorschlag einer Arbeitsgruppe vor, die sich mit dem Thema befasst hat.

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Nachdem das Hamburger Staatsarchiv sich im Rahmen einer Untersuchung zur Belastung von Straßennamen mit NS-Vergangenheit auch mit dem einstigen Sanitätsrats (1859 bis 1945) aus den Elbvororten beschäftigt und dessen Gesinnung als bedenklich eingeordnet hatte, wurde die Umbenennung einstimmig der Altonaer Bezirksversammlung beschlossen. Im Juli dieses Jahres rief die Verwaltung dazu auf, Ideen zu unterbreiten. 170 Vorschläge gingen demnach ein.

Hamburger Senat muss den neuen Namen zustimmen

Die Arbeitsgruppe wählte aus diesen Einsendungen die beiden Namen aus, die Bezirkspolitiker segneten dies ab. Allerdings dürfte noch einige Zeit vergehen, bevor Straßenschilder umgehängt werden. Denn nun muss formal die geplante Umbenennung erst mit der Hamburger Kulturbehörde abgestimmt werden muss. Sie prüft die beiden Namensvorschläge. Dann muss der Senat beschließen, wie Stefanie Wolpert (Grüne) als Vorsitzende der Bezirksversammlung erklärt. Die Senatskommission für Umbenennungen tagt laut Altonas Pressesprecher Martin Schlink erst wieder am 1. April.