Verkehr in HAmburg

Elbchaussee: Wirtschaftsbehörde überarbeitet Umbauplan

Im Frühling 2020 soll es losgehen: Die Elbchaussee wird zwischen Manteuffelstraße und Palmaille saniert.

Im Frühling 2020 soll es losgehen: Die Elbchaussee wird zwischen Manteuffelstraße und Palmaille saniert.

Foto: Klaus Bodig / HA

Vorstellung im Verkehrsausschuss kurzfristig abgesagt. Beginn der Umbauarbeiten 2020 ist nicht in Gefahr.

Hamburg. Drei Jahre soll er dauern und im nächsten Jahr beginnen – der Umbau der Elbchaussee. Doch nun gibt es im Hamburger Westen die Sorge, dass sich der Baubeginn verzögern könnte. Die stark befahrene Straße soll zwischen Manteuffelstraße und Palmaille saniert werden. Damit erhofft man sich Verbesserungen für den Radverkehr und für Fußgänger in den Nebenflächen beziehungsweise auf der Fahrbahn. Teilweise gibt es bislang gar keine Radwege, in einigen Abschnitten ist der Gehweg für Radler freigegeben – eine unbefriedigende Situation.

Mehr Platz steht aber auch künftig nicht zur Verfügung. „Die Maßnahme findet fast ausschließlich innerhalb der derzeit vorhandenen Straßenbegrenzungslinien und innerhalb des Straßengrundstückes statt“, heißt es in den Planungsunterlagen des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). Den Unterlagen zufolge umfasst der erste Planungsabschnitt für die Bauarbeiten die Elbchaussee von der Manteuffelstraße bis Teufelsbrück, der zweite Planungsabschnitt verläuft von Teufelsbrück bis vor den Hohenzollernring.

Belastung für Anlieger minimieren

Nach Angaben von Hamburg Wasser muss auch die Trinkwasserhauptleitung (mit einem Durchmesser von 85 Zentimetern), die unter der Straße verläuft, im Abschnitt zwischen Manteuffelstraße und Altonaer Rathaus auf acht Kilometern Länge erneuert werden. Um sämtliche Vorhaben optimal aufeinander abzustimmen und die Belastung für die Anlieger sowie die Nutzer der Elbchaussee so gering wie möglich zu halten, koordinieren der LSBG und Hamburg Wasser ihre Planungen.

Wasserrohrbruch: Elbchaussee gesperrt

An der Elbchaussee verläuft eine wichtige Hauptleitung, um den Hamburger Westen mit Trinkwasser zu versorgen – dazu zählen u. a. die Stadtteile Othmarschen, Ottensen, Altona, St. Pauli und Sternschanze. In der jüngeren Vergangenheit hatte es an der Elbchaussee bereits mehrere Rohrbrüche gegeben, zuletzt Anfang September. Die bestehende Wasserleitung stammt noch aus dem Jahr 1906. Auch während des Leitungsneubaus werde die Trinkwasserversorgung gesichert, versichert Sa­brina Schmalz, Sprecherin von Hamburg Wasser. Notwendige vereinzelte Unterbrechungen beispielsweise für den Umschluss einer Hausanschlussleitung würden rechtzeitig mit den betroffenen Anwohnern abgestimmt.

Behörde will bei Dialog-Veranstaltung informieren

Laut Tim Schmuckall, stv. CDU-Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher, sollten die Umbaupläne für die Elbchaussee bereits Anfang September im bezirklichen Verkehrsausschuss vorgestellt werden, doch dieser Punkt wurde überraschend wieder von der aktuellen Tagesordnung gestrichen. „In dieser Kurzfristigkeit habe ich das noch nicht erlebt, dass solche Pläne zurückgezogen wurden“, sagt Schmuckall.

Eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde sagte dazu, dass die Planung noch einmal überarbeitet werden müsse, weil die Behörde weitere umfangreiche Rückmeldungen erhalten habe, die nun eingesehen und die Pläne entsprechend überarbeitet werden müssten. „Unsere Planer haben den Vorstellungstermin im Verkehrsausschuss Altona daher zunächst abgesagt, da wir keinen veralteten oder einen Planungsstand unter Vorbehalt präsentieren wollen.“ Nach der Überarbeitung werde man die Pläne selbstverständlich auch im Bezirk vorstellen und voraussichtlich im Rahmen einer Dialog-Veranstaltung darüber informieren.

Nach Angaben der Sprecherin steht der LSBG „vor der Herausforderung, dass wir die in den Abschnitten zur Verfügung stehenden Breiten so nutzen wollen, dass wir einen fairen Kompromiss für die unterschiedlichen Verkehrsarten finden. Das muss insbesondere mit Sicherheitsaspekten abgewogen werden“. Könnte sich dadurch der Beginn der Arbeiten, der für 2020 geplant ist, verzögern? „Wir gehen nach wie vor von einem Baustart für den westlichen Abschnitt im nächsten Jahr aus“, so die Sprecherin der Wirtschaftsbehörde.