Graffiti-Attacken

Missstände im Jenischpark: Ein Krisengipfel als Lösung?

Auch die beliebte alte Eiche am Wanderweg wurde mit Kritzeleien, Namen und Zahlen beschmiert.

Auch die beliebte alte Eiche am Wanderweg wurde mit Kritzeleien, Namen und Zahlen beschmiert.

Foto: Michael Rauhe / HA

Uralte Bäume beschädigt, Kindergärten und Hundebesitzer in Angst. Berichte über "marodierende" Abiturientengruppen.

Der Abendblatt-Bericht über Graffiti an alten Bäumen im Jenischpark sorgt weiterhin für Diskussionen im Hamburger Westen. Jetzt hat die Fraktionschefin der Altonaer FDP, Katarina Blume, dazu einen Eilantrag in die Bezirksversammlung eingebracht. Unter der launigen Überschrift „Es gibt kein Bier auf Hawaii – den Jenischpark für alle schützen“ fordert Blume eine konzertierte Aktion, um Exzesse wie den im Jenischpark künftig besser in den Griff zu bekommen.

Wie berichtet, waren in der vergangenen Woche mindestens zehn zum Teil uralte Bäume mit Graffiti besprüht worden. Ob die Baumriesen dauerhafte Schädigungen davongetragen haben, wird noch untersucht. Die Namen und Daten an den Bäumen deuten nach ersten Erkenntnissen auf jugendliche Täter. Anwohner hatten zudem von „marodierenden“ Abiturientengruppen berichtet, die am Tattag feiernd durch den Park gezogen waren. Hier knüpft Blumes Antrag an.

Beteiligte an einen Tisch bekommen

Sie fordert die zuständige Altonaer Verwaltung auf, geeignete Gesprächsformate zu finden, um möglichst viele direkt und indirekt Beteiligte an einen Tisch zu bekommen. Denkbar sei ein „runder Tisch“, an dem unter anderem Schulleiter, Schüler-Selbstverwaltungen, Politiker und Vertreter des Vereins Freunde des Jenischparks teilnehmen. Ziel soll es sein, einen Maßnahmenkatalog zu entwickeln, mit dessen Hilfe der Jenischpark „immer und für alle“ geschützt werden könne.

Neben dem Thema Graffiti hat Blume noch mehr Krisenhaftes aus dem Park aufgelistet. Unter anderem nutzen Kindergartengruppen aus Angst vor Verletzungen durch Glasscherben Teile des Parks nicht mehr. Auch Hundehalter auf dem Weg zur Auslauffläche hätten Angst vor Scherben. Zudem fühlten sich Altonaer „ohne Garten und Balkon“ während der diversen Partys vor Ort in dem Park nicht mehr wohl. Ziel müsse es sein, an die Eigenverantwortung der Schüler zu appellieren und einen Verhaltenskodex zu erarbeiten, so Blume.