Bauprojekt

Sülldorfer Kirchenweg soll verbreitert werden

Froh über den Kompromiss, der die
Vorgärten schützt: Anwohner des
Sülldorfer Kirchenwegs

Froh über den Kompromiss, der die Vorgärten schützt: Anwohner des Sülldorfer Kirchenwegs

Foto: Andreas Laible / HA

Anwohnerinitiative einigt sich nach mehr als vier Jahren mit der Stadt – Baubeginn voraussichtlich erst 2018.

Hamburg.  Der Streit um die Verbreiterung des Sülldorfer Kirchenwegs scheint ein gutes Ende zu nehmen. Nach mehr als vierjährigen heftigen Ausein­andersetzungen einigten sich die Anwohner und die Stadt kürzlich auf einen Kompromiss, den beide Seiten als Durchbruch bezeichnen. Die rund 2,1 Kilometer lange Straße – wichtigste Verbindungsachse zwischen den Stadtteilen Sülldorf im Norden und Blankenese im Süden – soll nun nur noch auf insgesamt 12,30 Meter verbreitert werden, ursprünglich waren 17 Meter geplant. Die Bezirksversammlung hatte den Bebauungsplan (Blankenese 40) schon im vergangenen Jahr beschlossen, nun stimmte auch die Anwohnerinitiative zu. Hauptsächlich betroffen ist ein 700 Meter langes Stück zwischen den Straßen Fruchtweg und Willhöden.

Klar ist auch: Links und rechts wird es zwischen Fahrbahn und Bürgersteig jeweils einen in roter Farbe abgesetzten Schutzstreifen geben. Auf Höhe des Marion-Dönhoff-Gymnasiums und vor einem Sportplatz soll dann zudem Tempo 30 gelten. Initiativensprecher Wulf Menzel fand lobende Worte für die Mitarbeiter des Bezirksamts Altona. Diese hätten in zahlreichen Treffen vor Ort viel Geduld und Sachkenntnis gezeigt. Bei den Terminen ging es letztlich darum, den Straßenverlauf genau festzulegen, ohne dabei zu viel von den angrenzenden Vorgärten zu tangieren.

Projekt ist sehr kompliziert

Vor viereinhalb Jahren war die Stimmung vor Ort noch wesentlich gereizter. Damals hatten Anwohner aus Sülldorf und Blankenese binnen kurzer Zeit mehr als 3000 Unterschriften gegen den Ausbau der wichtigen Verkehrsachse gesammelt, es gab Protestveranstaltungen und Anhörungen. Entlang der 2,1 Kilometer langen Straße wurden in fast jedem zweiten Vorgarten Schilder mit Aufschriften wie „Keine Autobahn Sülldorf Blankenese“ aufgestellt, die dort immer noch stehen. Für zusätzlichen Verdruss sorgt der marode Zustand der Fahrbahn, deren Ausbesserung erst im Zusammenhang mit dem Ausbau folgen kann.

Dass die Einigung so lange auf sich warten ließ, hängt auch damit zusammen, dass das Projekt viel komplizierter ist als vergleichbare Straßenausbauten. Denn für die 2,1 Kilometer lange Straße gibt es verschiedene Bebauungspläne – und die gelten auch nicht immer für beide Straßenseiten.

Noch kein Termin für Bebauungsplan

Wann die Bauarbeiten beginnen, ist offen. Wie das Bezirksamt Altona bestätigt, gibt es noch keinen Termin für die Auslegung des Bebauungsplans Blankenese 33/Sülldorf 16. Vor Ort geht man von einem Start im kommenden Frühjahr aus. Der Kompromiss soll nach den Vorstellungen mehrerer Anwohner nun in eine rechtsverbindliche Form gegossen werden. Sollte das nicht geschehen, schließen sie eine Klage gegen das Bezirksamt nicht aus.