Prozess

Früherer HSV-Torwart Frank Rost zu Geldstrafe verurteilt

Er hat eine Straftat vorgetäuscht, urteilt das Landgericht. Ein bizarrer Streit um Frank Rost, seine Frau und einen Porsche Cayenne.

Neustadt. Es war der vierte Aufschlag in der Sache, Instanzen-Ping-Pong deluxe. Dreimal hatten sich Hamburger Gerichte bereits mit dem Verfahren gegen Ex-HSV-Torwart Frank Rost befasst: Erst verurteilte ihn das Amtsgericht Blankenese, in der Berufung sprach ihn das Landgericht frei; dann verwies das Oberlandesgericht den Fall zur Neuverhandlung an das Landgericht zurück. Das verurteilte den 42-Jährigen am Freitag nun zu einer Geldstrafe von 7500 Euro (50 Tagessätze á 150 Euro) – 2500 Euro weniger als in der ersten Instanz.

Darum ging es: Rost erschien am 1. August 2013 auf dem Polizeirevier in Osdorf und erklärte, dass ihm der Fahrzeugbrief und beide Fahrzeugschlüssel seines Porsche Cayenne aus seinem Haus gestohlen worden seien. Er erstattete Diebstahlsanzeige gegen unbekannt, obgleich er, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, gewusst habe, dass sich die Gegenstände bei seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau Susann befanden.

Verwirrung um den Schlüssel des Porsche Cayenne

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn deshalb wegen „Vortäuschens einer Straftat“ angeklagt. Erneut sagten der Ex-Keeper und seine Noch-Ehefrau aus. Am 20. Juli 2013, so Rost, habe er mit seiner Frau telefoniert, da habe sie ihm mitgeteilt, sie wisse nicht, wo sich der Autoschlüssel befinde.

Susann Rost hingegen will in dem Gespräch gesagt haben, sie habe den Schlüssel an sich genommen. Tatsächlich hatte sie ihn zur Aufbewahrung einer Freundin gegeben. Das vor dem Hintergrund, dass ihr Rost bei seinem Auszug gedroht habe: „Bereite dich darauf vor, mehr zu Fuß zu gehen.“ Während des Zusammenlebens habe das Paar die Sachherrschaft über alle Gegenstände gehabt, nach Rosts Auszug hätten sich die Dinge aber in ihrem rechtmäßigen Gewahrsam befunden, urteilte das Gericht. Indem sie den Schlüssel einer Freundin übergab, habe sie versucht, ihrem Mann zuvorzukommen – bevor Rost ihr den Porsche wegnehmen konnte. So habe sie die „ihr ohnehin eingeräumte Nutzungsmöglichkeit erhalten“. Rost hingegen habe wider besseres Wissen Anzeige erstattet – und so eine Straftat vorgetäuscht.

Rechtskräftig ist das Urteil aber (noch immer) nicht: Staatsanwaltschaft und Rost können Revision einlegen.