Unterstützung

Universität Hamburg benennt Flüchtlingsbeauftragte

Silke Boenigk ist die neue Flüchtlingsbeauftragte der Universität Hamburg

Silke Boenigk ist die neue Flüchtlingsbeauftragte der Universität Hamburg

Foto: privat

Professorin Silke Boenigk soll ab sofort alle Aktivitäten zum Thema Flüchtlinge koordinieren. Runder Tisch mit Wissenschaftssenatorin

Hamburg. Die Universität Hamburg hat jetzt eine Flüchtlingsbeauftragte. Das Präsidium setzte Professor Silke Boenigk aus der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am Freitag ein. Die Wissenschaftlerin koordiniert ab sofort alle Aktivitäten der Universität Hamburg in Sachen Flüchtlinge, teilte die Universität mit.

Die 47-Jährige fungiert damit als Ansprechpartnerin für alle Mitglieder der Universität, die sich aktiv an der Unterstützung von Flüchtlingen im universitären Umfeld beteiligen möchten. Die studierte Betriebswirtin ist seit 2008 Professorin an der Hamburger Universität. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Schnittstelle zwischen Staat, Markt und Nonprofit-Organisationen.

Donnerstag hatte Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Grüne) Vertreter der Hochschulen ins Rathaus eingeladen. Bei einem Runden Tisch ging es um Fragen wie: Können die Hamburger Hochschulen die Integration von Flüchtlingen unterstützen? Welche Wege gibt es, den Zuwanderern ein Studium zu ermöglichen?

"Ich bin schwer beeindruckt von dem Engagement, das die Hochschulen hier zeigen. Es finden viele Projekte und Gasthörerprogramme statt, die Flüchtlingen einen Zugang zur Wissenschaft ermöglichen. Darin sehen die Hochschulen eine große Chance und nehmen gleichzeitig ihre gesellschaftspolitische Verantwortung stark wahr", sagte Wissenschaftssenatorin Fegebank nach dem Gespräch.

Um studierwillige Flüchtlinge an den Angeboten der Universitäten partizipieren zu lassen, zeichnen sich derzeit drei Möglichkeiten ab. Sie können sich, wie andere Interessenten aus dem Ausland auch, auf dem formal-rechtlichen Weg für ein Studium bewerben. Dazu müssen sie allerdings ihre Hochschulreife nachweisen, was schwierig ist, da die meisten Flüchtlinge keine Papiere haben. Am Runden Tisch wurde daher über eine mögliche Beweiserleichterung nachgedacht.

Eine weitere Möglichkeit sind Gasthörer- und Sprachangebote. Sie bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu den Universitäten. An der HAW wird derzeit ein Konzept für ein englischsprachiges Gasthörerprogramm entwickelt, bei dem dem Flüchtling ein deutscher Student als Mentor zur Seite gestellt wird.

Eine dritte Chance ist der Kontakt zwischen Wissenschaft und Flüchtlingen. Er besteht bereits an mehreren Hochschulen, wird aber noch durch einzelne Gruppen oder Studenten getragen.

„Wir wollen diese drei Möglichkeiten mit Inhalt und Leben füllen und einen ,Hamburger Weg' schaffen, der Flüchtlingen die Chance auf Partizipation bietet“, so Julia Offen, Sprecherin der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.