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Revierförster zieht nicht in Niendorfer Forsthaus

Foto: Juergen Joost / Jürgen Joost

Haus stand jahrelang im Fokus der Öffentlichkeit. Der Bezirk übernimmt das Gebäude am Ende des Jahres von der Stadt. Umbau zu teuer.

Hamburg. Der Niendorfer Revierförster gehört ins Niendorfer Forsthaus. Das war jahrelang die Ansicht von SPD, Grünen und Linken im Bezirk Eimsbüttel. Doch es gab da ein Problem. Das Haus gehörte zum einen der Stadt und war zum anderen an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald vermietet. Nun wechselt das Haus am Ende des Jahres vermutlich als allgemeines Grundvermögen von der Wirtschaftsbehörde an den Bezirk, aber auch dann wird Revierförster Sven Wurster wohl nicht ins Forsthaus einziehen. Das sagte Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke (SPD) jetzt dem Abendblatt.

"Ein Umbau der oberen Etage des Forsthauses zur Wohnung würde 100.000 bis 120.000 Euro kosten", sagt Sevecke. "Und dieses Geld hat der Bezirk nicht." Das Problem sei nämlich, dass untere und obere Etage räumlich nicht getrennt seien. Abgesehen davon sei ohnehin keine Wohnnutzung des Hauses zugelassen. Die Adresse Bondenwald 108 sei nur für gewerbliche Zwecke bestimmt.

Genau deshalb stand das Haus auch jahrelang im Fokus der Öffentlichkeit. Denn die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) hat das 290 Quadratmeter große Gebäude nicht nur für 932 Euro auf unbestimmte Zeit von der Stadt gemietet. Die obere Etage wurde zudem seit dem Jahr 2000 vom SDW-Geschäftsführer, dem CDU-Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse, bewohnt, woran sich nicht wenige rieben. Auf öffentlichen Druck kündigte Kruse im Juli 2011 sein Untermieterverhältnis und zog aus. Nun wird auch die Geschäftsstelle der SDW ins Wälderhaus auf dem Gelände der Internationalen Bauausstellung nach Wilhelmsburg wechseln. Der Weg für den Revierförster ins Forsthaus wäre so gut wie frei.

Doch inzwischen wohnt der Förster nicht nur in einer anderen Wohnung nahe dem Niendorfer Gehege, auch Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke nimmt Abstand von den Plänen, ihn ins Forsthaus einziehen zu lassen. "Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bietet dort die sehr gut angenommene Waldpädagogik an", sagt Sevecke. "Und momentan sehe ich keinen Grund, daran etwas zu ändern." Eine Nutzung als Dienststelle des Revierförsters halte er noch für denkbar. Das wolle er auch gegenüber der Bezirkspolitik vertreten. SDW-Geschäftsführer Rüdiger Kruse geht ebenfalls davon aus, dass das Mietverhältnis bestehen bleibt. "Nach dem Auszug der Geschäftsstelle wollen wir die Waldpädagogik auf beiden Etagen des Forsthauses anbieten." Andere Pläne des Bezirks seien ihm nicht bekannt.

Insofern werde es wohl beim Alten bleiben, wenn der Bezirk "Ende des Jahres", so Sevecke, die Verwaltung des Forsthauses übernehme. Dann sei es eine Frage des Wollens, die inhaltlich sinnvolle Zusammenlegung von Revierförster-Dienststelle und SDW-Waldpädagogik umzusetzen.