Einzelhandel Hamburg

Bekommt Billwerder seinen ersten Kiosk samt Café?

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Der Jugendclub Gleis 1 (r.) im Eingang zum Quartier Gleisdreieck am Mittleren Landweg soll im März schließen. Wenn es nach der Politik geht, soll dort bald eingekauft werden.

Der Jugendclub Gleis 1 (r.) im Eingang zum Quartier Gleisdreieck am Mittleren Landweg soll im März schließen. Wenn es nach der Politik geht, soll dort bald eingekauft werden.

Foto: Thomas Voigt / BGZ/Voigt

Im Quartier Gleisdreieck waren einst nur Flüchtlinge untergebracht. Das hat sich bereits geändert. Nun gibt es weitere Pläne.

Hamburg. Statt Kicker, Playstation und Basteltisch könnte es im Eingang zum Quartier Am Gleisdreieck in Billwerder bald gefüllte Regale mit Brötchen, Kaffee, Shampoo und weiteren Artikeln für den täglichen Bedarf geben. Zumindest wenn es nach der Bergedorfer Koalition aus SPD, FDP und Grünen geht. Denn die erkennt in den Räumen des Jugendclubs eine Chance für den Einzelhandel und bringt am Donnerstag einen entsprechenden Antrag in die Bergedorfer Bezirksversammlung ein.

Einzelhandel Hamburg: In Billwerder könnte bald ein Nahversorger kommen

Das Quartier Am Gleisdreieck am Mittleren Landweg war 2016 Deutschlands größte Unterkunft mit Perspektive Wohnen. Nun wird die Einrichtung am Mittleren Landweg zu einer der kleinsten Flüchtlingsunterkünfte im Bezirk Bergedorf. Gemäß dem Bürgervertrag, auf den sich im Sommer 2016 die Volksinitiative Hamburg für gute Integration und viele lokale Bürgerinitiativen geeinigt hatten, schmilzt die Zahl der Bewohner der Unterkunft schrittweise ab und die Wohnungen gehen in den freien Wohnungsmarkt über.

Ende 2022 sollen noch 300 Flüchtlinge im Gleisdreieck leben. Derweil haben bereits viele Menschen, die keine Flüchtlinge sind und auch keinen Migrationshintergrund haben, Wohnungen im Quartier bezogen.

Ende März soll der Jugendclub Gleis 1 geschlossen werden

Die Sozialplanung im Bezirksamt musste daher auch bereits Angebote und finanzielle Mittel umsteuern, schließlich waren diese für 2600 Bewohner ausgelegt und nicht für die verbleibenden 300 Flüchtlinge. Das Aus des Jugendclubs Gleis 1, der Ende 2017 eröffnet und seit Mitte 2018 in Trägerschaft der TSG Bergedorf ist, wurde schon vor einem Jahr verkündet. Das Ende war schon für vergangenen Sommer anvisiert worden, nun soll es Ende März tatsächlich soweit sein.

Bisher scheiterten alle Versuche, einen Nahversorger in Billwerder anzusiedeln

„Ein Nachnutzungskonzept für die Immobilie ist in Arbeit“, weiß die Koalition, die daher eine eigene Idee in den Ring wirft: Schließlich würden sich viele neu ins Quartier gezogene Bürgerinnen und Bürger, aber auch die alteingesessene Bewohnerschaft am Mittleren Landweg und der Umgebung eine Nahversorgungsmöglichkeit vor Ort wünschen, sind SPD, FDP und Grüne überzeugt.

Derzeit befindet sich der nächstgelegene Supermarkt in Neuallermöhe-West, also gut 2,5 Kilometer zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sechs Kilometer mit dem Auto oder aber eine S-Bahnstation weit entfernt.

Bestandsimmobilie als Chance, einen Nahversorger unterzubringen

In der Vergangenheit hatte es bereits immer mal wieder Überlegungen gegeben, eine Möglichkeit zum Einkaufen in Billwerder zu schaffen. So wurde auch geprüft, nördlich des Luxweges eine Spiel- und Freizeitfläche einzurichten und dort auch die Ansiedlung eines Ladengeschäfts zu prüfen. Letztlich konnte aber keine der Überlegungen die Mehrheit überzeugen.

Nun biete sich mit der Schließung des Jugendclubs die Möglichkeit, in einer Bestandsimmobilie einen Nahversorger unterzubringen, meint die Koalition. Denkbar wäre ein Kiosk mit dem nötigsten Alltagsbedarf an Lebensmitteln sowie ein Café als Treffpunkt für das Quartier. „Das könnte auch eine ­attraktive Möglichkeit für Bewohner und Bewohnerinnen des Quartiers sein, sich selbstständig zu machen“, heißt es in dem Antrag.

Ausschuss berät über den Antrag

Darüber soll am Donnerstagabend in der Bezirksversammlung abgestimmt werden. Sollten die Abgeordneten den Antrag beschließen, wird das Bezirksamt gebeten, mit allen Beteiligten zu prüfen, ob in das Gebäude ein kleiner Nahversorger für den täglichen Bedarf, gegebenenfalls mit angeschlossenem Café integriert werden kann. Ein Betreiber sollte vorzugsweise aus dem Quartier stammen.