Lotto-Pokal

Nach Trainerwechsel: Dassendorf spielt wie aus einem Guss

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Volker Gast
Dassendorfs Kristof Kurczynski setzt sich gegen die Ahrensburger Erik Bielesch,  Alex Tatsis und Oscar Baltz durch.

Dassendorfs Kristof Kurczynski setzt sich gegen die Ahrensburger Erik Bielesch, Alex Tatsis und Oscar Baltz durch.

Foto: Henrik Bagdassarian

TuS Dassendorf siegt in der zweiten Runde des Lotto-Pokals nach einer beeindrucken Leistung 6:0 in Ahrensburg.

Ahrensburg.  Sven Möller holte alles aus sich heraus. Mit letztem Einsatz grätschte der Spielmacher des Fußball-Oberligisten im Mittelfeld nach dem Ball. Wirklich nötig war das eigentlich nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt weit in der zweiten Halbzeit des Zweitrundenspiels im Lotto-Pokal beim Landesligisten Ahrensburger TSV führten die Dassendorfer bereits mit 5:0. Doch für Möller, der ein überragendes Spiel ablieferte und an fast jeder Offensivaktion der Gäste beteiligt war, war das noch lange kein Grund, in seinem Einsatz nachzulassen. Am Ende siegten die Dassendorfer sogar mit 6:0.

„Intensität“ war hinterher das meistgehörte Wort im Dassendorfer Mannschaftskreis. „Wir sind heute mit der richtigen Intensität zu Werke gegangen“, lobte Thomas Hoffmann, der sich das Traineramt mit Peter Martens teilt, sein Team. „Wir hatten uns vorgenommen, dass von der unglaublichen Stärke, die diese Truppe ja hat, auf dem Platz wieder mehr zu sehen sein muss. Das ist gelungen.“ Zuletzt unter dem am Wochenende entlassenen Vorgänger Jean-Pierre Richter habe es den Dassendorfern „an Lust, Power und Begeisterung gefehlt“. Das neue Trainerteam trat daher beim Amtsantritt mit einer klaren Botschaft vor die Mannschaft. „Unser Ziel ist es, nicht nach dem 2:0 aufzuhören, sondern immer weiterzumachen, über 90 Minuten Druck auszuüben“, erläuterte Martens. „Das haben wir heute geschafft. Wir wollen in unseren Spielen so dominant auftreten, dass die andere Mannschaft sofort merkt: Für uns ist heute leider nichts drin.“

Lotto-Pokal: Die Ahrensburger ahnten schon beim Auflaufen, was ihnen blüht

Das neue Dassendorfer Selbstbewusstsein verfehlte seine Wirkung nicht. „Man hat schon beim Auflaufen gesehen, was die alle für einen Körper haben, wie agil und stabil die sind“, staunte Ahrensburgs Coach Peter Grischke. „Man muss anerkennen, dass uns für so einen Gegner die nötige Qualität fehlt.“

Die Geschichte des Spiels ist daher auch schnell erzählt: Nach einer guten Viertelstunde setzte sich Kerim Carolus auf der linken Seite durch. Seinen Schuss fälschte Ahrensburgs Marcel Kupka unglücklich zum 0:1 ins eigene Tor ab (16.). Nur eine Minute später erhöhte Eyke Kleine per Volleyschuss auf 2:0 für die nun drückend überlegenen Gäste. In einer einseitigen Begegnung ließ Ex-HSV-Profi Mattia Maggio nach Traumpass von Oliver Doege das 3:0 folgen (29.), Möller stellte noch vor der Pause auf 4:0 (40.). „Das wird hier bestimmt noch zweistellig“, fürchtete ein Ahrensburger Fan. Doch dafür hielten die Gastgeber dann doch zu gut mit. An den Kräfteverhältnissen änderte sich jedoch nichts. In der zweiten Hälfte traf Maggio zunächst die Latte (55.). Bei dieser Aktion verletzte er sich und humpelte vom Platz. Für ihn kam sehr zur Freude der 250 Zuschauer auf dem Stormarnplatz der frühere HSV- und Werder-Bremen-Star Martin Harnik. Nach Doeges fulminantem Schuss zum 5:0 (72.) war es dann auch der 68-fache österreichische Nationalspieler Harnik, der mit dem 6:0 den Schlusspunkt setzte (84.).

Sichtlich gelöst und erleichtert gaben Hoffmann und Martens hinterher einen Einblick, wie das mit ihrer Verpflichtung als neues Trainerteam genau gelaufen war. „Wir haben immer gesagt, dass wir dem Verein helfen, wenn er in Schwierigkeiten ist“, betonte Hoffmann. „Aber als die Anfrage kam, war für uns überhaupt nicht sofort klar, dass wir das machen würden.“ Stattdessen hätten sie TuS-Sportchef Jan Schönteich gebeten, Alternativen zu prüfen. „Ich habe sogar noch Vorschläge gemacht“, grinste Hoffmann. Doch letztlich ging an dem Erfolgsduo, das die TuS Dassendorf 2018 zum Double aus Oberliga-Meisterschaft und Pokalsieg geführt hatte, wohl kein Weg vorbei. Was bei Martens schon ein bisschen die Lebensplanung durcheinander warf. „Ich bin seit April Rentner und hatte mich eigentliche darauf gefreut, jetzt Herr über meine eigene Zeit zu sein“, verriet er. „Hat nicht so geklappt!“

Grünhofer Kreisklassen-Team steht in der dritten Runde

Neben den Dassendorfern haben es aus dem Bergedorfer Raum auch der SV Curslack-Neuengamme, SV Altengamme, ETSV Hamburg, Oststeinbeker SV, die TSG Bergedorf und der VfL Grünhof-Tesperhude in die dritte Runde geschafft. Doppeltorschütze Marvin Beutling war an der Westerheese beim Grünhofer 2:0-Sieg gegen den SC Hamm der Held des Abends. Allerdings profitierten die Gastgeber davon, dass sie nach einer Gelb-Roten Karte für einen Gästeakteur eine Halbzeit lang in Überzahl spielten.

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