Stefan Schwab

Hürdenläufe als Erfolgsrezept

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Florian Neuhauss

Foto: dpa / DPA

Schwarzenbek. Obwohl er Angebote von Leichtathletik-Großvereinen hatte, bleibt der 100-Meter-Sprinter Stefan Schwab auch weiterhin dem TSV Schwarzenbek treu: „Ein Wechsel wäre mir zu unsicher gewesen“.

Das abgelaufene Jahr war für den Leichtathleten Stefan Schwab turbulent. Neuen persönlichen Bestzeiten in Serie, Siegen und der Qualifikation für die Weltmeisterschaft folgte bei den Titelkämpfen in Berlin ein Fiasko: das „Aus“ im Vorlauf und die Nichtberücksichtigung in der Staffel. Wie sich später herausstellte, hatte das Pfeiffersche Drüsenfieber dem Sprinter des TSV Schwarzenbek zugesetzt. Mit der Lokalsportredaktion blickt der 22-Jährige zurück, schaut aber auch nach vorn.

Am morgigen Sonntag starten Sie beim Sportfest des HSV in der Leichtathletik-Halle in Alsterdorf. Haben die Weihnachtsleckereien und Silvester gar keine Spuren hinterlassen?

Stefan Schwab: Die Vorbereitung läuft seit Oktober auf Hochtouren. Das Sportfest ist einfach ein Wettkampf aus dem Training heraus. Ich esse sowieso wenig Süßes und achte auf meine Ernährung. Da kann ich mir ruhig Ente zu Weihnachten und ein Glas Sekt zum neuen Jahr gönnen.

Mit welchem Gefühl blicken Sie denn auf das vergangene Jahr zurück?

Der Sieg bei den deutschen Hallenmeisterschaften, mein erster internationaler Start bei den Herren bei der Hallen-EM, meine Läufe in Regensburg in 10,19 und 10,20 Sekunden und auch die Weltmeisterschaft in Berlin: Das sind alles tolle Erlebnisse gewesen.

Aber war es nicht bitter, dass ausgerechnet in Berlin plötzlich nichts mehr passte?

Klar. Auf die WM habe ich lange hingearbeitet und meine Form stimmte. Das haben die Zeiten nach der Startphase gezeigt. Die lagen ja in der Nähe meiner Zeiten von Regensburg, die locker für die nächste Runde gereicht hätten. Aber die Mandelentzündung und das Pfeiffersche Drüsenfieber haben mir einen Strich durch Rechnung gemacht. Das ist sehr bitter. Ich habe erst mal zwei, drei Wochen dafür gebraucht, das zu verarbeiten. Aber ich bin bei einer WM im eigenen Land vor 60000 Menschen gelaufen. Die positiven Aspekte überwiegen definitiv.

Wie erklären Sie sich Ihre enormen Leistungssteigerungen?

Durch Hürdenläufe habe ich meine Schnellkraft verbessert, durch längere Läufe meine Standfestigkeit. Mein hartes Training hat Früchte getragen.

Warum haben Sie auf einen möglichen Wechsel zu einem großen Leichtathletik-Verein verzichtet?

Mein Umfeld hier mit meinem Vater als Trainer und den Kollegen bei der Arbeit ist einfach perfekt. Der Vereinswechsel wäre für mich die unsichere Variante gewesen. Ich reduziere meine Arbeit jetzt aber auf eine Zwei-Drittel-Stelle.

Was sind die Ziele für 2010?

Ich will in der Halle wieder unter 6,60 Sekunden und draußen unter 10,20 Sekunden laufen – also meine Zeiten von 2009 bestätigen. Und dann hoffe ich, dass ich eine Medaille bei der deutschen Hallen-Meisterschaft hole und es mit der „Quali“ für die Hallen-WM in Doha im März und mit der Freiluft-EM in Barcelona klappt.

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