Hamburg

Drei Stadtteilschüler wollen nach Südkamerun reisen

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Wenn es klappt mit dem Besuch in Kamerun, dann sind die Kirchwerder Stadtteilschüler Polly Naumann, Ryan Riecken und Lea Borstelmann dabei

Wenn es klappt mit dem Besuch in Kamerun, dann sind die Kirchwerder Stadtteilschüler Polly Naumann, Ryan Riecken und Lea Borstelmann dabei

Foto: Lena Diekmann / BGZ/Diekmann

Die Stadtteilschule Kirchwerder hat nun eine Partnerschaft mit dem Gymnasium Lycée de Grand Batanga. Sie haben große Pläne.

Hamburg. Gut 5600 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Kirchwerder und Kribi. Trotz dieser großen Entfernung entwickelt sich gerade eine Freundschaft zwischen Jugendlichen aus Norddeutschland und Südkamerun. Auf Initiative von Lehrerin Elena Bomm, die auf einer Bildungsfahrt eine Referendarin aus Zentralafrika kennenlernte, wurde eine Schulpartnerschaft zwischen der Stadtteilschule Kirchwerder und dem Gymnasium Lycée de Grand Batanga in Kribi gestartet. „Es soll die interkulturelle Kompetenz schulen und dazu beitragen, dass sich die Schülerinnen und Schüler weltoffen entwickeln und Rassismus abgebaut wird“, sagt Elena Bomm.

Schulpartnerschaft: Schüler schreiben Briefe nach Südkamerun

So wurden bereits Briefe geschrieben und virtuelle Treffen arrangiert. Dabei gab es einen Austausch über Familien, Schule und Hobbys, wobei sich Fußball als gemeinsame Leidenschaft herauskristallisierte. Aber auch das Thema Kolonialismus wurde aufgearbeitet, „das Leid, Versklavung und Tod nach Kamerun brachte“, stellt Ryan Riecken fest. Der 14-Jährige soll gemeinsam mit seinen Mitschülerinnen Polly Naumann (13) und Lea Borstelmann (13) dabei sein, wenn die Pandemielage es hergibt, dass ein gegenseitiger Besuch einer Schulabordnung klappen kann.

Klasse 8e eröffnet mit Performance die neue Ausstellung im Markk

Die drei gehören zur Klasse 8e, die sich vor den Sommerferien mit der deutschen Kolonialgeschichte in Kamerun kritisch auseinandergesetzt und an einem „Decolonize Workshop“ teilgenommen hat. Deshalb dürfen die Schülerinnen und Schüler nun am Sonnabend mit einer Performance die Ausstellung „Hey Hamburg, kennst Du Duala Manga Bell?“ im Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (Markk) eröffnen.

In der Ausstellung werden die Themen koloniales Erbe und Rassismus für junge Besucher und Familien aufgegriffen. Erzählt werden die Lebensgeschichten der kamerunischen Königsfamilie Duala Manga Bell und die Auswirkungen des Kolonialismus auf persönliche Lebenswege, Familien und Gesellschaft sowie die Dynamiken von internationalen Widerstandsnetzwerken. Und dabei wird auch ein besonderer Ehrengast erwartet: Prinzessin Marilyn Douala Manga Bell, Urenkelin von Rudolf Duala Manga Bell, soll für diesen Anlass aus Kamerun anreisen.

( ld )

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