Hamburg. Ob DRK, THW oder Freiwillige Feuerwehr: Viele Freiwillige opfern ihre Freizeit und wurden dafür jetzt im Rathaus ausgezeichnet.

„Wir haben so viele Helfer, dass wir es gar nicht schaffen, sie alle an einem Tag zu ehren“, freut sich Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann zum Auftakt des Abends. Nach dem ersten Helfertag im November waren am 6. Februar Kollegen vom Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz und den Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks im Spiegelsaal des Bergedorfer Rathauses geladen.

Sie alle haben in den vergangenen Jahren geholfen, wo Hilfe nötig war: ob um die Ecke, am Nord-Ostseekanal, im Ahrtal oder im Grenzgebiet zur Ukraine. Dafür, so Schmidt-Hoffmann, brauche es nicht nur die perfekte Organisation im Einsatz. Es brauche auch die Bereitschaft, das eigene Privatleben so zu organisieren, dass Hilfe jederzeit möglich ist. Der Dank des Bezirks gelte deshalb nicht nur den Einsatzkräften, sondern auch ihren Familien.

Empfang im Rathaus: Auszeichnungen für Bergedorfs Helfer

23 Urkunden und Ehrennadeln hatte Peter Gabriel, Präsident der Bezirksversammlung und Gastgeber des Helfertages, zu vergeben. Zu den Geehrten gehörten neben 21 Kameraden der Feuerwehr auch Ingo Fischer und Konrad Gorber vom DRK Bergedorf. Beide finden es toll, dass der Bezirk das Ehrenamt auf diese Weise würdigt. „Das ist mir mehr wert als ein paar Euro Benzinzuschuss zu meinen Fahrten“, sagt Gorber. Und warum engagiert sich der Pinneberger seit 25 Jahren am anderen Ende der Stadt? „Das Team hier in Bergedorf ist einfach das beste“, weiß Gorber und lacht.

Stefan Fennig, im Hauptamt als Katastrophenschützer in Bergedorf unterwegs, weiß die Hilfe von ehrenamtlichen Kollegen wie Ingo Fischer und Konrad Gorber zu schätzen. „Als erfahrene Fachberater sagen sie uns, was über ihre Organisation machbar ist und was nicht. Nur so können wir bei der Übung und im Ernstfall schnell reagieren.“ Durch die Besonderheit von 30 Kilometern Deichlinie vor der Tür ist dabei auch immer der technische Sachverstand des THW gefragt.

Sie erhielten eine Auszeichnung für 40 Jahre Ehrenamt: Frank Peters (von links), Frank Beeken, Dirk Achterberg, Werner Lorenz, Kay von Thienen.
Sie erhielten eine Auszeichnung für 40 Jahre Ehrenamt: Frank Peters (von links), Frank Beeken, Dirk Achterberg, Werner Lorenz, Kay von Thienen. © Bergedorfer Zeitung | Martina Kalweit

Dass es Einsätze häufig auch an offiziellen Feiertagen gibt, können die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren bestätigen. Weihnachten 22/23 unterstützte man bei der Ölkatastrophe im Nord-Ostseekanal die Kollegen vor Ort. Der Einsatz dauerte vom 23. bis 27. Dezember. Weihnachten war gestrichen.

Vergangenes Jahr waren es dann die flächendeckenden Überschwemmungen Richtung Elmshorn, die die Einsatzkräfte rund um die Feiertage in Schach hielten. Auch die ersten Wochen des neuen Jahres zeigen: Neben Brandkatastrophen stehen Starkregen und Binnenhochwasser immer häufiger auf dem Dienstplan.

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Für den Boberger Frank Peters, frisch mit der Silbernen Ehrennadel für sein 40-jähriges Dienstjubiläum geehrt, kam der größte Einsatz schon ein Jahr nach seinem Eintritt in die Freiwillige Feuerwehr. Der mehrtägige Brand der Hamburger Ölmühle im Sommer 1983 hat ihn geprägt.

Jetzt sitzt er mit Kollegen am Tisch, die damals gerade mal laufen lernten. Gut, dass man sich nicht überall um Nachwuchs sorgen muss. Die große Herausforderung ist es, „nicht gebundene“ Helfer, wie sie vor allem beim Deichschutz allerorts mit anpacken, einzufangen und für die ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern.

Martina Parlow und Anika Albrecht vom Bezirksamt Bergedorf servieren den Absacker.
Martina Parlow und Anika Albrecht vom Bezirksamt Bergedorf servieren den Absacker. © Bergedorfer Zeitung | Martina Kalweit

Nach dem offiziellen Teil des Abends und der Eröffnung des Büfetts wird in Bergedorf noch lang geschnackt und gefeiert. Und was bei manchen Partys nicht klappen will, ist beim Helfertag selbstverständlich: Auf alle Tische verteilt sitzt man bunt durcheinander. Heute gilt keine Sitzordnung nach Aufgabenverteilung, wie sie bei einer Stabsrahmenübung ein Stockwerk tiefer im Ratskeller üblich ist. Das Einsatzzentrum des Bergedorfer Katastrophenschutzes ist einigen Gästen des Helfertages gut vertraut. Im Spiegelsaal sitzen sie aber auch mal gern.