Eigenheim in Hamburg

Preise für Immobilien steigen in Bergedorf besonders rasant

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Ulf-Peter Busse
Für viele unbezahlbar: Immobilien in Bergedorf.

Für viele unbezahlbar: Immobilien in Bergedorf.

Foto: Markus Scholz / picture alliance / dpa Themendie

Eigenheim kostet mindestens eine halbe Million Euro – rund 170.000 Euro mehr als 2021. Und die Immobilienpreise steigen weiter.

Hamburg. Die Immobilienpreise für Häuser und Wohnungen in Bergedorf kennen weiter nur eine Richtung: steil nach oben. Und das auch außerhalb des Neubausektors. Bei Wohnungen aus dem Bestand meldet der neue Hamburger Immobilienmarktbericht für den städtischen Bereich des Bezirks ein Plus von gut 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und für Ein- und Zweifamilienhäuser sogar 31 Prozent. Zum Vergleich: Im Hamburger Durchschnitt sind Wohnungen um 15 Prozent teurer geworden, Häuser samt Grundstück 17 Prozent.

Wer sich in Lohbrügge 2021 ein Einfamilienhaus oder eine Doppelhaushälfte zulegte, hat im Durchschnitt 580.000 Euro bezahlt, in Alt-Bergedorf stattliche 752.000 Euro. Ein Jahr zuvor kratzte Lohbrügge mit 499.000 Euro noch knapp an der halben Million, Alt-Bergedorf brachte es auf 593.000 Euro. Im Hamburger Durchschnitt mussten 2021 für ein Einfamilienhaus gut 1,2 Millionen Euro auf den Tisch gelegt werden, für ein Mittelreihenhaus 583.000 Euro.

Immobilienpreise: Gutachter werten alle Kaufverträge aus

Die Zahlen stammen vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Hamburg, der sämtliche notariell beglaubigten Kaufverträge samt der tatsächlich gezahlten Preise erfasst und auswertet. Das Ergebnis gilt als aussagekräftigste Analyse des Marktes und wird jeweils als 200 Seiten starker Immobilienmarktbericht Hamburg veröffentlicht.

Seit einigen Tagen ist die 2022er-Ausgabe online kostenfrei abrufbar unter hamburg.de. Der Senat kommt mit der Übersicht dem gesetzlichen Auftrag nach, Transparenz auf dem Grundstücksmarkt zu schaffen. Auch die Berichte der Vorjahre sind online weiterhin abrufbar. Sie zeichnen die rasante Verteuerung der Immobilien in allen Sparten nach, von Einfamilienhäusern über Baugrundstücke, Wohnungen und ganze Mehrfamilienhäuser bis zu Büro- und Gewerbeimmobilien.

Preissteigerung pro Quadratmeter binnen vier Jahren bei 44 Prozent

Bei den Eigentumswohnungen liegt der durchschnittliche Kaufpreis im Bezirk Bergedorf heute bei gut 4200 Euro je Quadratmeter – mit starken Unterschieden zwischen den Stadtteilen. So wurden in Lohbrügge im vergangenen Jahr insgesamt 78 Wohnungen verkauft, wobei man sich im Schnitt auf 3876 Euro je Quadratmeter einigte. In Alt-Bergedorf waren es 4551 Euro bei 95 beurkundeten Verkäufen.

Die Preisentwicklung geht seit Jahren kontinuierlich nach oben. So wurden in Lohbrügge 2018 nur 2677 Euro je Quadratmeter gezahlt, in Alt-Bergedorf 3191. Das Plus innerhalb von nur vier Jahren liegt damit bei 44 Prozent in Lohbrügge und bei 42 Prozent in Bergedorf.

Ähnlich ist der Trend bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Hier wurde für 2018 noch ein Mittelwert von 401.000 Euro in Lohbrügge und 457.000 Euro in Alt-Bergedorf errechnet. Heute einigen sich Käufer und Verkäufer in Lohbrügge im Durchschnitt auf 44 Prozent mehr, in Alt-Bergedorf liegt das Plus innerhalb von nur vier Jahren sogar bei 64 Prozent.

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