Immobilien

Auswertung: 593.000 Euro für ein Haus in Bergedorf

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Ulf-Peter Busse
Im Vergleich zu Hamburgs Haus- und Wohnungsmarkt ist der Bezirk Bergedorf – und vor allem Lohbrügge – noch ein preiswertes Pflaster. Allerdings liegen die Steigerungsraten hier fast überall deutlich höher als im Durchschnitt der Hansestadt.

Im Vergleich zu Hamburgs Haus- und Wohnungsmarkt ist der Bezirk Bergedorf – und vor allem Lohbrügge – noch ein preiswertes Pflaster. Allerdings liegen die Steigerungsraten hier fast überall deutlich höher als im Durchschnitt der Hansestadt.

Foto: Carsten Neff / NEWS & ART

Gutachterausschuss hat alle Immobilienverkäufe des Jahres 2020 ausgewertet: Im Bezirk Bergedorf Preissteigerungen bis 23 Prozent.

Hamburg. Es geht sehr lebendig zu auf dem Immobilienmarkt im Bezirk Bergedorf: Mehr als 300 Wohnungen und gut 200 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser haben allein im Jahr 2020 den Besitzer gewechselt – und sogar 27 komplette Mehrfamilienhäuser. „Beim selbst genutzten Wohneigentum hat die Corona-Pandemie ein Nachfragehoch ausgelöst, was sich auch in der Preisentwicklung widerspiegelt“, heißt es dazu vom Hamburger Gutachterausschuss für Grundstückswerte, der Donnerstag den „Immobilienmarktbericht 2021“ für die ganze Hansestadt veröffentlicht und erstmals auch gleich online gestellt hat.

Gesetzlicher Auftrag: Transparenz auf dem Grundstücksmarkt

Das 148 Seiten starke Werk, mit dem der Ausschuss seinen gesetzlichen Auftrag erfüllt, für Transparenz auf dem Grundstücksmarkt zu sorgen, basiert auf sämtlichen notariell beurkundeten Kaufverträgen und bezahlten Immobilienpreisen des Jahres in der Stadt. Hinzu kommen weitere bei den Käufern abgefragte Einzelinformationen. Viele andere Übersichten analysieren dagegen nur die Angebotspreise.

Generelles Fazit der Experten: „Die Nachfrage nach Immobilien in Hamburg liegt auf einem konstant hohen Niveau und zeigt langfristig eine weiter steigende Tendenz.“ Im Durchschnitt haben sich Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser in der Hansestadt 2020 um 14 Prozent verteuert, Eigentumswohnungen um 13 Prozent.

Quadratmeterpreis Neubau-Wohnung jetzt bei 6400 Euro

Im Durchschnitt müssen jetzt 903.000 Euro für ein frei stehendes Haus und 517.000 Euro für ein Mittelreihenhaus bezahlt werden. Der Quadratmeterpreis einer Neubauwohnung liegt bei 6400 Euro, der einer Wohnung aus dem Bestand bei 5400 Euro. Im Vergleich zu 2010 haben sich demnach die Preise in allen Segmenten mehr als verdoppelt.

Im Bezirk Bergedorf erreichen die Erträge bisher noch nicht ganz den Hamburger Durchschnitt, sind aber quartiersbezogen teils noch stärker gestiegen. In 2020 lag der mittlere Kaufpreis für eine Wohnung aus dem Bestand in Alt-Bergedorf bei 3889 Euro je Quadratmeter und in Lohbrügge bei 3452 Euro.

216 Wohnungen wurden 2020 allein in Lohbrügge verkauft

Neuallermöhe brachte es sogar auf einen Mittelwert von 4742 Euro, was allerdings an den vergleichsweise wenigen Verkäufen in diesem Stadtteil liegt: Nur 24 Wohnungen wechselten dort 2020 den Besitzer. In Alt-Bergedorf waren es dagegen 58 und in Lohbrügge sogar 216 – der vierthöchste Wert in ganz Hamburg nach Winterhude mit 360, Eimsbüttel (320) und Rahlstedt mit 298 Wohnungsverkäufen.

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Quadratmeterpreise in Alt-Bergedorf um knapp elf Prozent verteuert. In Lohbrügge liegt das Plus bei 15,5 Prozent und in Neuallermöhe sogar bei 23,3 Prozent.

Ein Eigenheim in Lohbrügge kostet im Schnitt 499.000 Euro

Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern sowie den Reihenhäusern gibt der Immobilienmarktbericht die mittleren Gesamtkaufpreise an. In Alt-Bergedorf kostete das Eigenheim 2020 im Schnitt 593.000 Euro, während in Neuallermöhe 484.000 Euro auf den Tisch gelegt werden mussten. Etwas teurer ist Lohbrügge, wo 499.000 Euro fällig waren. Zum Vergleich: In Winterhude wurden 4,1 Millionen Euro bezahlt, in Volksdorf 853.000 Euro, in Wilsdorf dagegen nur 385.000 Euro.

Preise für Häuser um bis zu 16 Prozent gestiegen

Die Zahl der Verkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern lag 2020 in Alt-Bergedorf bei 59, in Neuallermöhe waren es 34 und in Lohbrügge 93. Das sind sehr ähnliche Größenordnungen wie im Jahr 2019, weshalb der Vergleich der erzielten Preise aussagekräftig ist. Wer damals in Alt-Bergedorf kaufte, musste im Durchschnitt 524.000 Euro bezahlen, das entspricht einer Preissteigerung von gut 13 Prozent innerhalb nur eines Jahres. In Neuallermöhe lag der Kaufpreis 2019 noch bei 425.000 Euro. Das Plus hier beträgt also fast 14 Prozent. Und in Lohbrügge entspricht der Preissprung von den 430.000 Euro, die 2019 im Schnitt für ein Ein- und Zweifamilienhaus oder ein Reihenhaus gezahlt wurden, sogar stattliche 16 Prozent.

12,1 Milliarden Euro Umsatz in Hamburgs Immobilienmarkt

Hamburgweit ging die Zahl der verkauften Wohnungen, Häuser und Grundstücke laut Immobilienmarktbericht gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 11.700 Abschlüsse zurück. Bedingt durch die deutlich gestiegenen Preise fiel der Umsatz aber nur um ein Prozent, und lag in der Hansestadt 2020 bei stattlichen 12,1 Milliarden Euro.

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